Heiligabend war für den christvespererfahrenen Musiker Daniel Scheufler ein Stimmungskiller, bis sie als Gemeinde anfingen, in den musikalischen Nachwuchs zu investieren. Wie dieser musikalische Richtungswechsel in der FeG Dresden vonstattenging, beschreibt der Leiter der Musikschule "Goldenes Lamm".


Ich bin im Weihnachtsland Erzgebirge aufgewachsen. Die Adventszeit mit Plätzchen backen, Krippenspiel, Christmette, Pyramiden und Schwibbögen in allen Fenstern hatte immer seinen ganz eigenen Zauber für mich als Kind.

STIMMUNGSKILLER HEILIGABEND

Das ist mir erst so richtig bewusst geworden, als ich vor 14 Jahren mit meiner Frau zum ersten Mal im Heilig-abend-Gottesdienst der FeG Dresden saß. Wie konnten wir uns nur für diese Gemeinde entscheiden? Die ostzonal im typischen Ockerbraun-Style und mit Linoleumfußboden eingerichtete und entsprechend riechende Hinterhofkantine einer Metallbaufirma war unser Gottesdienstraum. Jegliche Weihnachtsdekoration konnte diesen DDR-Charme nicht übertünchen. Die Musikcombo bestand aus Blockflöte und Gitarrenbegleitung. So sehr ich den Dienst der Musiker schätzte, war es doch nicht das, was ich mir als Musikstudent unter Gottesdienstmusik vorstellte.

Dass heute – 14 Jahre später – die Gottesdienstmusik genau dieser Gemeinde maßgeblich durch eine gemeindeeigene Musikschule mit 900 Schülern und 45 Lehrkräften geprägt wird, konnte sich damals sicherlich nur Jesus vorstellen.

DIE RICHTIGEN FRAGEN STELLEN

Braucht nun jede Gemeinde eine Musikschule, um gute Musiker für die Gottesdienstmusik zu bekommen? Sicherlich nicht. Was es aber braucht, sind konstruktive Fragen. Wir können uns nicht dafür rühmen, dass wir irgendein musikpädagogisches Konzept, ein Unterrichtsfach oder ein Projekt selbst erfunden hätten. Die beiden grundlegenden Fragen aber, die uns leiten, sind:

1. Welche Personen mit welchen Gaben und welcher Leidenschaft haben wir vor Ort zur Verfügung und wie können wir diese an welcher Stelle zum Blühen bringen?

2. Warum sind Projekte oder Angebote bei Anbieter xy so erfolgreich? Wie können wir so etwas Ähnliches mit unseren Mitteln auf unsere Situation und unser Zielpublikum angepasst hier vor Ort umsetzen?

WIE BEKOMMEN WIR GUTE GOTTESDIENSTMUSIK?

Man kann als Gemeinde schließlich nicht darauf warten, dass sich die Pastorentochter in einen Musiker verliebt, um endlich gute Musik im Gottesdienst zu haben. Nach kurzer Zeit gehen sie zum Studium und in der Gemeinde herrscht wieder ein Engpass.

Wir haben deshalb vor sechs Jahren damit begonnen, 11-13-jährige Kids aus der Gemeinde wöchentlich im Bandensemble zu unterrichten. Sie hatten auf ihrem Instrument Einzelunterricht in unserer oder anderen Musikschulen. Nach kurzer Zeit schon konnten sie hin und wieder den Kinderlobpreis im Kindergottesdienst begleiten. Ein Jahr später haben sie dann die Begleitung unseres Kindermusicals übernommen, ab und an den Lobpreis im Jugendkreis geleitet. Vor zwei Jahren sind sie im Gottesdienst als eigenständiges Lobpreisteam eingestiegen und mittlerweile eine qualitativ sehr hochwertige Band, die für externe Auftritte angefragt wird – z. B. als Showband für die Gameshow beim diesjährigen BUJU (FeG Bundesjugendtreffen).

So eine Entwicklung und vor allem auch diese passende Zusammensetzung kann man nicht planen. Aber man kann Voraussetzungen und Möglichkeiten schaffen. Wir haben uns leider zu lang an dieser Entwicklung erfreut und nicht gleich zwei Jahre später die nächste Generation in Angriff genommen. Erst seit zwei Jahren investieren wir wieder verstärkt in die Ausbildung von Bands. In der neuen KidsBand sind Kinder der dritten bis sechsten Klasse. Sie spielen ihr Instrument höchstens drei Jahre. Aber es motiviert sie für den Einzelunterricht ungemein, wenn sie erleben und hören, zu welchen Klängen man in der Gruppe fähig ist.

 

 

Den vollständigen Artikel können Sie in der Ausgabe 12/18 in CHRISTSEIN HEUTE nachlesen.