Inge Weidemann malt, solange Gott ihr das Augenlicht schenkt, mit einer besonderen Technik Bilder, die Glaubensthemen aufgreifen und Menschen zum Nachdenken über den christlichen Glauben anregen.


Meine Encaustic-Kurse gebe ich immer im Gemeindezentrum unserer FeG in Friedberg (Hessen)“, sagt Inge Weidemann. „Dazu sind besonders Menschen eingeladen, die noch keine Beziehung zur Gemeinde haben. Die lernen dann gleich unser Gemeindehaus kennen und fühlen sich dort wohl, weil sie Erfolgserlebnisse beim Malen erleben. Das ist doch super! Gemeindeleute dürfen auch teilnehmen, aber nur, wenn sie jemanden mitbringen, der noch nicht zur Gemeinde gehört.“

KÜNSTLERISCH GESTALTETER ZUFALL

„Encaustic“ ist eine besondere Art der Malerei und fasziniert durch Überraschungseffekte. Dabei werden Wachsmalfarben auf einem elektrischen Maleisen (kleines Bügeleisen ohne Löcher) geschmolzen. Bei den Farben ist ein hoher Anteil an Bienenwachs wichtig, damit sie gut schmelzen und gleiten können. Das Malpapier muss hochverdichtet sein und darf das Wachs nicht schnell aufsaugen. Die Farben wählt man gezielt aus, aber schon beim Schmelzen auf dem Bügeleisen vermischen sie sich.

Inge Weidemann erklärt: „Der kreative Prozess beginnt, wenn das Eisen mit den Farben sanft auf das Malpapier gedrückt wird. Die Spannung steigt beim ersten Abheben: Was ist zufällig entstanden? Gefällt mir dieses spontane Überraschungsbild? Die Fantasie wird angeregt, die Strukturen und Farbverläufe zu deuten und zu gestalten. Will ich etwas verändern durch Übermalen und Hinzufügen weiterer Farben? Durch das Gleiten, Schieben, Kanten und Abheben des Bügeleisens entstehen immer neue fantastische Strukturen und harmonische Farbmischungen. Der Mut zur Veränderung lässt oft ein völlig neues Bild entstehen, birgt aber auch ein Risiko, denn nichts kann wieder so werden, wie es vorher war. Man kann bei der Encaustic-Technik auch von ‚gestaltetem Zufall‘ sprechen.

Weil man sich nicht vorher überlegen muss, was gemalt werden soll, kann jeder unbekümmert und spontan ans Werk gehen. Für Kinder, Ungeübte und auch für künstlerisch nicht Begabte ist das spontane Malen mit dem Bügeleisen die Überraschungsebene, auf der sie sofort ‚Erfolge‘ erleben. Jedes Encaustic-Werk ist ein Unikat und deshalb wertvoll. Durch den seidigen Glanz und die Strahlkraft der Wachsfarben in Kombination mit den interessanten Strukturen hat auch jedes Bild eine besondere Wirkung.“

Als Künstlerin ist Inge Weidemann über diese Überraschungsebene hinaus. Sie ist in der Lage, die zufällig entstandenen Effekte gezielt weiter bewusst zu gestalten. Da zeigt sich dann ihr künstlerisches Talent.

PÄDAGOGIN FÜR KUNSTERZIEHUNG

Ihre Begabung hat sie schon früh entdeckt und ausgebaut. 1961 machte sie ihr Abitur mit dem Leistungskurs „Kunsterziehung“. Danach kam das Studium der Pädagogik mit einem Schwerpunkt in Kunsterziehung und Werken an der Hochschule für Erziehung in Gießen. Frau Weidemann hat dann noch 1,5 Jahre im Schuldienst als Lehrerin gearbeitet.

Den vollständigen Artikel können Sie in der Ausgabe 02/19 in CHRISTSEIN HEUTE nachlesen.