» christsein-heute.de 

 


CHRISTSEIN-HEUTE-Gespräch Senioren in ihrer Gemeinde

Daniela Kurz ist Referentin für Senioren- und Frauenarbeit im Bund Freier evangelischer Gemeinden. Anneliese Meier hält Vorträge in Seniorengruppen und leitet zusammen mit ihrem Mann Seniorenfreizeiten. Sie gehört zur FeG Wuppertal-Ronsdorf. Hans Ulrich Betz ist Pastor der FeG Kaufbeuren und Seniorenbeauftragter des südbayerischen FeGKreises. Wolfgang Dünnebeil ist Leiter des Seniorenkreises der FeG Marburg und leitet seit einem Jahr die deutsche „Seniorengemeinde“ in Roquetas de Mar (Südspanien).

Wie fühlen sich Senioren in Freien evangelischen Gemeinden?

Anneliese Meier: Da muss man sicher differenzieren, denn das ist oft eine Frage der inneren Haltung. Wenn ich als Senior positiv und aufgeschlossen bin gegenüber dem, was in der Gemeinde geschieht, dann fühle ich mich wohl. Wenn ich aber eine innere Barriere aufbaue und sage: „Alles, was die machen, ist ganz anders als früher“, dann ziehe ich mich mehr und mehr zurück.

Daniela Kurz: Ob Senioren sich in ihrer Gemeinde wohlfühlen, das hängt aber nicht nur von ihrer eigenen Offenheit ab, sondern auch sehr stark von den Signalen der Gemeindeleitung. Wenn Senioren auf eine Gemeindeleitung stoßen, die gar kein Interesse an ihnen zeigt, sondern sich ausschließlich um die junge Generation kümmert, dann können sie selbst noch so offen sein – sie werden die Gemeinde dennoch nicht als ihr Zuhause betrachten.

Wolfgang Dünnebeil: Ich kenne Freie evangelische Gemeinden, in denen Senioren nahezu die einzige Altersgruppe sind. Da sind es die Senioren, die das Heft in der Hand halten und die Gemeindearbeit gestalten. Auf der anderen Seite beobachte ich aber auch Gemeinden, in denen die Senioren zwar stark vertreten sind, aber eigenartige Minderwertigkeitsgefühle entwickeln, ganz nach dem Motto: „Wir kommen doch überhaupt nicht mehr vor in der Gemeinde.“ Das ist sehr ambivalent.

Hans Ulrich Betz: Meine Beobachtung ist, dass die Senioren eigentlich zu den problemlosen Gruppen in der Gemeinde zählen. Werden sie ernst genommen, lassen sie sich schnell für Vorhaben in der Gemeinde gewinnen. Ein Beispiel: Als ich in unsere Gemeinde kam, gab es keinen Seniorenkreis; die Senioren fühlten sich ein wenig vernachlässigt. Mir war es wichtig, sie zu würdigen. Wir gründeten einen Seniorenkreis und ich habe viel Zeit mit den Senioren verbracht. Interessant zu beobachten war, dass manche Entscheidung in der Gemeinde leichter wurde, weil die Senioren sie auf einmal unterstützten und nicht blockierten. Was ich damit sagen will: Wenn man Senioren in der Gemeinde wahrnimmt und würdigt, bringen sie sich gerne konstruktiv ein.


Noch keine Kommentare

Sie müssen eingeloggt sein um Kommentare zu schreiben


Christsein heute

... alles, was
Freie evangelische
Gemeinden bewegt!


Jetzt bestellen


Service

Der FeG-Shop

Bücher & anderes aus dem FeG-Kosmos:


Zum Shop>>>

Kontakt zur Redaktion

Sie möchten Kontakt mit uns aufnehmen? Dann klicken Sie doch bitte hier.

Lust auf mehr?

Weitere Zeitschriften aus dem Bundes Verlag

Informieren Sie sich hier über weitere Zeitschriften und Angebote des Bundes-Verlags.

 

© 2019 SCM Bundes-Verlag gGmbH - Impressum - Datenschutz - Kontakt