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Von Arndt Schnepper


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Christsein-Heute

Arndt Schnepper Lust am Auswendiglernen

Wie die Bibel ein Brunnen für die Seele werden kann

Auswendiglernen ist „in“. Galt es seit den Siebzigerjahren meist als verpönt, wird es nun von den Kirchen und Christen wiederentdeckt. Ich selber habe meinen Zugang zum Auswendiglernen von Bibeltexten recht spät gefunden. Sicher, schon im Kindergottesdienst gab es immer etwas zu lernen. Meistens winkte dafür eine kleine Belohnung. Im Nachhinein erinnert mich das ein wenig an Mark Twains Roman „Die Abenteuer von Tom Sawyer“, wo es in der Sonntagschule für jeden auswendig gelernten Vers einen Nachweisschein gab. Aber verstanden habe ich den Sinn des Lernens damals noch nicht. Das geschah erst später, und zwar an einem ganz und gar unkirchlichen Ort.
Mein geistliches Aha-Erlebnis hatte ich während meiner Zeit bei der Bundeswehr. Dort zählte zu den Aufgaben auch immer wieder der Wach-dienst. Für alle, denen hier die einschlägigen Erfahrungen fehlen, sei nur gesagt, dass dieser Wachdienst unter anderem ein stundenlanges Stehen in der Einsamkeit einschloss. Mutterseelenallein stand ich dann zu allen erdenklichen Tages- und Nachtzeiten vor der Kaserne. Nur selten begegnete man einer anderen Person. Um die lange Zeit dann nicht nur mit dem Warten auf den Wachwechsel auszufüllen, legte ich mir ein schmales Neues Testament mit Psalmen zu.
Und immer wenn sich die Möglichkeit ergab, las ich einen Psalm und lernte ihn dann Vers für Vers auswendig. Ohne dass ich mich näher mit der Methode des Lernens beschäftigte, merkte ich, wie sehr mir die eingeprägten Sätze Kraft und Hoffnung vermittelten. Wo vorher die pure Langeweile herrschte, begann nun plötzlich ein geistliches Abenteuer. Und dieses Erlebnis hat mich nicht mehr losgelassen.
Später wurde mir bewusst, dass das das Auswendiglernen eigentlich schon immer Teil des christlichen Lebens gewesen ist. Manche Teile des Alten und Neuen Testaments wurden ja über lange Zeiträume memoriert und mündlich weitergegeben, bevor sie dann eine schriftliche Form fanden. Im Altertum zählte es üblicherweise zu den Grundvoraussetzungen der Mönche und Priester, sich den ganzen Psalter einzuprägen. Noch bei Martin Luther fi nden wir diese Ansicht, dass es zum Glauben dazugehöre, die Psalmen auswendig aufsagen zu können.

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