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epd/Horst Wagner

Ansgar Hörsting Kommentar zur Präimplantationsdiagnostik

Der Deutsche Bundestag hat in einer intensiv geführten Diskussion das Für und Wider der Präimplantationsdiagnostik (PID) bewegt und sich am 7. Juli dafür ausgesprochen, dieses Verfahren in Deutschland zuzulassen.

 Das Problem an der PID ist, dass Embryonen in einer Petrischale geschaffen werden, um dann nach einem Gentest nur den Embryo mit dem geringsten Krankheitsrisiko für eine Schwangerschaft zu nutzen. Das Argument, das wahrscheinlich die meisten Abgeordneten am Ende dazu bewogen hat, doch noch die PID zuzulassen ist dies, dass dadurch Eltern mit Kinderwunsch, aber genetisch negativer Disposition, geholfen werden könne.

Ich habe die Diskussion intensiv verfolgt und dabei beobachtet, dass die Abgeordneten sehr ernsthaft und verantwortungsvoll arbeiteten. Ich habe erlebt, wie sie hinhörten und ihr Gewissen schärften. Besonders bei solchen Abstimmungen, die ohne „Fraktionszwang“ erfolgten, war der Diskurs intensiv. Das war beeindruckend. Aus meiner Sicht geben sich jedoch die Befürworter der PID der Illusion hin, nun könne alles in geregelten, d.h. gesetzlichen und administrativen Bahnen verlaufen und es ginge doch nur darum, Leben zu schaffen und zu schützen und unnötiges Leid zu verhindern.

Um es noch einmal zu betonen: die Motive dabei sind ehrenwert. Langfristig wird dieses Gesetz jedoch, wie auch schon andere vorher, eine starke suggestive Kraft haben, wird die Sprache und das Denken der Gesellschaft verändern. Was meine ich damit? Menschen werden noch mehr als bisher davon ausgehen, dass alles im Leben machbar ist. Die Grundhaltung wird schwinden, dass das Leben, auch unsere Gesundheit, unverfügbar ist, dass wir uns in der Hand Gottes befinden, bei allen Fragen, die auch dadurch entstehen. Denn warum gibt es in der Hand Gottes Behinderung? Schon jetzt kann man hören, dass Einzelne der Meinung sind, sie hätten ein „Recht auf ein gesundes Kind“. Wie gesagt: Das denken nicht alle, auch nicht die Befürworter der PID, aber diese Art zu denken wird sich weiter fortsetzen. Wann werden die Krankenkassen sagen: „Ein behindertes Kind? Das hätte doch nicht sein müssen.“ Natürlich wird jetzt ein Aufschrei des Entsetzens erklingen, wenn ich das unterstelle oder prognostiziere.


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