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Im Gespräch Sascha Rützenhoff – neuer Bundesvertrauenspastor

Auf der Frühjahrstagung wählte der Bundesrat Sascha Rützenhoff als Vertreter der Pastorenschaft in die Bundesleitung. Er folgt damit auf Jan Karsten Hoekstra. Rützenhoff ist 38 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern. Der ausgebildete Lehrer wurde nach seinem Studium an der Theologischen Hochschule Ewersbach 2006 zunächst Pastor in Jülich. Parallel initiierte er die Anfänge der Gemeindegründung in Mönchengladbach, wo er seit 2009 vollzeitlich tätig ist.

Welche Aufgaben verbinden sich mit dem „Bundesvertrauenspastor“?
Zunächst mag ich den Begriff „Vertrauenspastor“ nicht so sehr. Natürlich sind auch die Funktionsträger in anderen Aufgaben in unserem Bund vertrauenswürdig. Es ist ja vielmehr eine gewisse Unabhängigkeit und eine besondere Perspektive, die maßgeblich die Funktion aller Vertrauenspastoren bestimmt. So hat ein Vertrauenspastor die Aufgabe, das Wohl der Pastoren im Blick zu behalten, was wiederum auch den Gemeinden zugutekommt. Für alle Vertrauenspastoren gilt, dass sie nicht grundsätzlich „auf“, aber vor allem immer „an“ der Seite der Kollegen stehen. Sie sind unabhängige Ansprechpartner und Beistand in schwierigen Situationen. In meinem eigenen Leben habe ich schon vielfältige Leiderfahrungen, aber auch Erfahrungen eigenen Scheiterns machen müssen. Und ich wäre heute nicht an diesem Platz, wenn Gott selbst und andere Menschen mir in den entsprechenden Situationen nicht mit Barmherzigkeit und Ermutigung begegnet wären. So möchte ich auch anderen begegnen und mir die Situation immer genau ansehen und genau hinhören.

Welche Herausforderungen gibt es aktuell?
Aus meiner bisherigen Erfahrung als Kreisvertrauenspastor sehe ich mehrere Trends. Ich möchte drei nennen: Zum einen nehme ich eine zunehmende Unsicherheit in der Rollenverteilung in den Gemeindeleitungen wahr. Das bewegt sich dann zwischen den beiden Polen „geschwisterliches Miteinander“ und „Dienstaufsicht der Ältesten“. Eventuell führt diese Unsicherheit mancherorts dazu, dass Gemeindeleitungen bereits bei einer gewissen Unzufriedenheit mit der Ausübung des Dienstes kündigen. In der Vergangenheit war „Kündigung“ vor allem bei ethischem Fehlverhalten üblich. Ich meine auch zu erkennen, dass das Gehalt bei Pastoren mit mehreren Kindern teilweise nicht mehr als ausreichend empfunden wird. Es ist daher entsprechend dem gesellschaftlichen Trend üblich geworden, dass der Ehepartner einen Verdienst beisteuert. Das kann je nach Gemeindesituation zu einer gewissen Spannung führen. Desweiteren ist die dauerhafte Erreichbarkeit des Pastors - wie grundsätzlich in der Gesellschaft - ein starkes Thema. Wie ist es in der heutigen Zeit als Pastor am Besten möglich, wirklich dauerhaft ausgeglichen zu leben?

Warum ist eine Vertretung der Pastoren in der Bundesleitung sinnvoll?
Veränderte Anforderungen an die Pastoren oder auch Schwierigkeiten werden am ehesten in Gesprächen mit den vertrauten Kollegen deutlich. So ist es eine Chance für die Bundesleitung, das persönliche Empfinden der Pastoren diesbezüglich unmittelbarer wahrzunehmen. Nicht zuletzt ist die Bundesleitung ja maßgeblich an der Gestaltung der allgemeinen Rahmenbedingungen des Pastorendiensts beteiligt. Hier kann der Bundesvertrauenspastor konstruktiv mitdenken. Auch ist die Präsenz des Vertrauenspastors in der Bundesleitung gerade für Gemeindepastoren in Krisensituationen ein nicht zu unterschätzendes Signal „nicht alleine dazustehen“.


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