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Alle Welt soll sein Wort hören Lausanne 74 und wir

Wer die Geschichte des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in den vergangenen vierzig Jahren verstehen will, kann den „Internationalen Kongress für Weltevangelisation“ im schweizerischen Lausanne 1974 nicht ausblenden. Wie kaum ein anderes Ereignis prägte er die jüngere Geschichte der Freien evangelischen Gemeinden in Deutschland.

Lausanne ist eine wunderschöne Stadt am Genfer See. Aber wenn in evangelikalen Kreisen dieser Name fällt, denkt jeder an eine Bewegung, die dort vor 38 Jahren ihren Anfang nahm. Es war im Juli 1974, als auf dem „Internationalen Kongress für Weltevangelisation“ rund 2700 engagierte Christen aus 148 Nationen zusammenkamen, um sich mit den Themen Evangelisation und Mission zu beschäftigen. Ihr erklärtes Ziel war es, möglichst noch vor der Jahrtausendwende die gesamte Bevölkerung der Erde mit dem Evangelium bekannt zu machen. Dem sollte eine große Palette von Themen dienen. Vermutlich war es die bis dahin größte Zusammenkunft leitender evangelikaler Christen, und die Folgen waren so tiefgreifend, dass bis heute allein die Nennung des Tagungsortes ausreicht, um eine besondere missionarische Ausrichtung des Glaubens zu beschreiben.

Deutsche Ängste

Ich war damals 31 Jahre alt und hatte ein Jahr zuvor die Leitung der Jugendarbeit im Bund Freier evangelischer Gemeinden übernommen. Gespannt sah ich diesem großen internationalen Kongress entgegen. Bereits Monate vorher bekamen wir die Referate der Redner zugeschickt. So hatten wir die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen und uns wichtig erscheinende Gedanken hinzuzufügen. Die Referenten nahmen diese Rückmeldungen auf und bezogen sie nach Möglichkeit in ihre gesprochenen Texte ein. Auf diese Weise begann bei den Teilnehmern und Teilnehmerinnen schon sehr früh die Beschäftigung mit den Themen, und sie kamen mehr oder weniger vorbereitet zu dem Kongress.

Ich erinnere mich auch an ein Vorbereitungstreffen wenige Wochen vor „Lausanne“ in Wölmersen (Neues-Leben- Zentrum). Peter Schneider, der damalige Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz und Billy-Graham-Übersetzer, machte uns mit dem Konzept von „Lausanne“ vertraut. Wie nicht anders zu erwarten war, wurde viel diskutiert. Bei einigen war die Angst groß, aus dem Kongress in Lausanne könne eine neue Organisation entstehen. Vor allem die Brüder des Hauptvorstandes der Deutschen Evangelischen Allianz – Schwestern gab es in diesem Gremium noch nicht – wollten das nicht. Peter Schneider wurde beauftragt, dieses „deutsche“ Anliegen in das Lausanner Leitungskomitee mitzunehmen. Eine noch größere Sorge bestand allerdings darin, dass die Grenzen zwischen pietistisch-evangelikal geprägten Christen und „Charismatikern“ verwischt werden könnten. In unserem Land waren die „Lager“ damals noch streng getrennt. Unvergesslich ist mir, wie Peter Schneider, der wohl aufgrund seiner internationalen Erfahrung relativ locker mit dem Thema umging, „zurückgepfiffen“ wurde. Als Generalsekretär der DEA sollte er schließlich die Linie des Hauptvorstandes vertreten. Doch in Lausanne selbst war das kein ernsthaftes Thema mehr. Mit großer Begeisterung hörte ich dort Juan Carlos Ortiz predigen, Pastor einer pfingstlichen Gemeinde aus Buenos Aires. Eindrücklich berichtete er von einer geistlichen Erneuerung seiner Gemeinde. Und als verantwortlicher Leiter im Bereich Jugendarbeit nahm ich an einer Arbeitsgruppe mit Loren Cunningham teil, dem Gründer und Leiter von „Youth with a Mission“, einer charismatisch geprägten Jugendbewegung. „Mobilisierung junger Leute für die Weltevangelisation“ war das Thema dieses Seminars, und außer Cunningham arbeitete auch Georg Verwer mit, Gründer und Leiter von OM (Operation Mobilisation).

Unvergessliche Vorträge

Doch die entscheidenden Impulse gingen von den Plenumsveranstaltungen aus. Rückblickend nehme ich an, dass es das Zusammenspiel von erwecklicher Verkündigung und guter evangelikaler Theologie war, das dem Lausanner Kongress so seine besondere Prägung gab. Er war einerseits im besten Sinn erwecklich, Männer wie der ugandische Bischof Festo Kivengere trugen dazu bei. Unvergesslich, wie er von seiner persönlichen Bekehrung erzählte und von dem tiefgreifenden Umbruch seiner Kirche in Uganda: „Wir waren wie Luftballons, bei der kleinsten Berührung strebten wir auseinander. Doch dann brachte der Geist Gottes unser distanziertes Gefüge zum Platzen und wir öffneten uns ihm und damit auch einander.“ Zur Bestätigung sprang nach seinem Bericht eine ganze Reihe afrikanischer Bischöfe auf die Bühne, sie sangen und berichteten im besten Sinn „begeistert“ von der ostafrikanischen Erweckungsbewegung.


Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen "Christsein Heute" (Ausgabe 09/12). Jetzt bestellen


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