» christsein-heute.de 

Von Bernd Kanwischer


Gemeinde hoch drei Gottes originalen Weg entdecken, entwickeln, erleben

Was denken Sie, wenn sie den Titel lesen: "Gemeinde³ – Gottes originalen Weg entdecken, entwickeln, erleben." Vielleicht haben Sie mit den drei Impulsen der FeG-Bundesleitung zu Stille, Bibel und Montag beste Erfahrungen gemacht und freuen sich auf die vierte Initiative? Vielleicht sind die vorgenannten Impulse aber auch an Ihnen vorbei gegangen und Sie können auf den ersten Blick nicht erkennen, warum jetzt gerade der neue Impuls wichtig für Sie werden könnte? Vielleicht bringen Sie auch gemischte Gefühle und Erfahrungen beim Lesen dieses Artikels ein? Ich möchte Ihnen ein wenig erläutern, was die Grundideen von Gemeinde³ sind und was Sie als Gemeinde, aber auch persönlich erwartet.

Worum geht´s?


Es geht bei Gemeinde³ – wie könnte es anders sein – um die Gemeinde Jesu, in die Gott uns berufen hat. Mit Gemeinde³ geht es um Gottes originalen Weg mit unserer Gemeinde. Dieser einzigartige Weg soll entdeckt, entwickelt und erlebt werden!

Gottes originalen Weg entdecken – heißt: entdecken, wer wir sind.

Wir versuchen genau hinzuschauen: Wenn Jesus unser Herr ist, wie wirkt sich seine Herrschaft aus? Was sind die biblischen Grundlagen unserer Gemeinde? Wer sind wir eigentlich? Wie sind wir geworden? Was macht uns aus? Was sind unsere von Gott geschenkten Stärken?

Beim Entdecken versuchen wir unsere Gemeinde besser zu verstehen. Es ist ja gerade so, dass nicht alle Gemeinden gleich sind. Ganz im Gegenteil: Jede Gemeinde ist ein einzigartiges Wunderwerk, ein besonderes Unikat.

Gottes originalen Weg entwickeln - heißt: entwickeln, wer wir sein wollen.

Wir möchten unsere von Gott geschenkten Ressourcen einsetzen: Wo gibt es freie Gestaltungsräume? Wie können wir uns gesund weiterentwickeln, so wie es genau zu uns passt? Wo möchte Gott uns ermutigen, Schritte durch geö nete Türen zu gehen?

Bei diesen Überlegungen gilt es darauf zu achten, nicht nur mögliche neue Aktivitäten aufzugreifen. Vielleicht fi nden wir auch Maßnahmen, die uns entlasten, weil wir Dinge anders oder einfacher machen.

Gottes originalen Weg erleben - heißt: die Freude an Gott und aneinander zu erleben.

Gemeinde will nicht nur entdeckt und entwickelt werden. Es geht auch darum, Gemeinde zu erleben. Dieses dritte kleine Leitwort weist uns darauf hin: Gemeinde ist wirklich gutes Geschenk Gottes.

Wir erleben, dass wir uns gern in der Gemeinde engagieren und dass "Gemeinde-Arbeit" Spaß macht. Wir spüren etwas von der Begeisterung, die von Gott selbst angezündet ist. Wir erleben echte Gemeinschaft, die sich auch in schwierigen Zeiten bewährt. Wir feiern gemeinsam und erleben unsere Gemeinde als ein sicheres Zuhause.

Wie ist Gemeinde³ entstanden?

Auf unserer Langeooger Bundesleitungsklausur in 2011 haben wir uns mit dem Schwerpunktthema "stagnierende/rückläufige Gemeinden" beschäftigt. Mein Kollege Reinhard Spincke und ich hatten zwei Jahre lang mit einer Gruppe von Pastoren an dieser Thematik gearbeitet und dazu auch das kleine Buch "Das Gemeinde – Comeback, wie Ihre Gemeinde neu aufblüht" verfasst. In unserem Bund sind viele Gemeinden auf Wachstumskurs, wir gründen jährlich neue Gemeinden und wir freuen uns riesig darüber. Aber es gibt auch in jeder Gemeinde Zeiten, wo es irgendwie nicht weitergeht. Wir treten auf der Stelle. Die Arbeit stagniert oder ist rückläufi g. Manche Gemeinden geraten sogar in eine existentiell bedrohliche Situation und brauchen ein radikales, tiefgreifendes "Come back".

Auf unserer Klausur haben wir miteinander überlegt: Was sind die möglicherweise aussichtsreichsten Impulse für das Comeback einer FeG -Gemeinde? Was sind mögliche Hinweise für die Neuausrichtung einer Gemeinde? Welche Beobachtungen machen wir als Bundesleitung, warum sich Gemeinden positiv entwickeln?

Es ergaben sich fünf Diskussionspunkte:

1. Heilsame Beziehungen

Manche FeGs stecken fest, weil Beziehungen gestört sind. Unbearbeitete Konfl ikte lähmen die Weiterentwicklung. Es wäre in einer solchen Situation hilfreich, etwas dafür zu tun, dass Beziehungen heilsam wirken.

2. Ressourcen

Eine andere Diskussionsrichtung betraf das Thema Ressourcen. Manchmal gelingt es nicht, die eigenen guten Ressourcen zu nutzen oder aber es ist unabdingbar, z.B. mit anderen Gemeinden zu kooperieren.

3. Analyse und Vision

Eine weitere Überlegung betrifft die Ausrichtung einer Gemeinde. Wir haben uns gefragt: Wird die eigene Situation – auch ehrlich – analysiert? Gelingt es, geeignete Ziele oder sogar eine Vision, ein Zukunftsbild zu entwickeln, an denen man sich orientieren kann.

4. Evangelisation

Das Stichwort "Evangelisation" scheint selbstverständlich zu sein. Doch kann es manchmal so sein, dass wir viel über Evangelisation reden. Wir bereiten sogar Sonderveranstaltungen vor. Aber wir sind nicht wirklich von der Liebe Gottes für verlorene Menschen motiviert und trauen uns nicht mehr, die gute Nachricht fröhlich, deutlich und unverkürzt weiterzugeben. Wir flüchten vielleicht auch in andere Aktivitäten.

5. Gebet

Der fünfte Gesichtspunkt ist nicht neu. Trotzdem ist er uns wirklich wichtig. Eine gute Gemeindeentwicklung ist nicht allein zu planen. Wir können sie uns nicht erarbeiten. Es geht immer um ein geistliches Geschehen. Das Stichwort „Gebet“ steht für dieses geistliche Geheimnis. DassGemeinde lebt und wächst, ist nicht verfügbar, sondern Gnade.

Die beschriebenen Gesichtspunkte bilden die Ausgangslage für die Weiterarbeit. Derzeit sind wir zu viert im Kernteam für Gemeinde³ (Dietrich Ebeling, Ansgar Hörsting, Bernd Kanwischer, Burkhard Theis). Aber selbstverständlich lebt der gesamte Prozess davon, dass sich viele einbringen.

Was ist für Gemeinde³ wichtig?

Wir haben uns überlegt: Was soll den Charakter von Gemeinde³ ausmachen? Worauf ist zu achten? Gemeinde³ möchte an Ihre spezielle Gemeindesituation anknüpfen. Gemeinde³ ist kein Programm, welches Sie von A nach B führt. Sie sind selbst herausgefordert, geeignete Perspektiven auszuwählen und das Reisetempo zu bestimmen. Wir bieten Ihnen nach und nach verschiedene Impulse/Module an und Sie überlegen, welchen Impuls Sie aufgreifen möchten. Dabei sind Sie herzlich eingeladen, einzelne Impulse anzupassen oder auch eigene zu entwickeln. Wenn Sie sich einem Impuls zugewendet haben, nehmen Sie sich gern genügend Zeit, um die aufkommenden Ideen auch gut umzusetzen. Machen Sie gern auch mal Pause, wenn andere Gemeindeaktivitäten zu Recht Vorfahrt beanspruchen! Es geht nicht um Tempo, um schnelle Erfolge.

Gemeinde³ soll ein gemeinsames Lernen ermöglichen. Deshalb wird das "Raumklima" entscheidend sein. Idealerweise sind wir offen für Kreativität. Wir ermutigen uns gegenseitig, neue Schritte zu wagen. Fehler sind ausdrücklich erlaubt und werden als Lernerfahrungen wertgeschätzt.

Ein Traum?

Ganz ehrlich: Wir haben selbst keine Lust auf ein neues Programm, auf eine Kampagne, nach der wir tief durchatmen und froh sind, wenn es vorbei ist! Wir wünschen uns eine echte Bewegung. Wäre es nicht prima, wenn Gott durch Gemeinde³ in uns und in unseren Gemeinden eine Bewegung erzeugt? Wir träumen davon, dass Gott in uns etwas anzündet, dass wir uns gegenseitig anstecken und begeistern. Wir geraten ins Staunen und begreifen unsere Gemeinde neu als Gottes liebevoll gestalteter Lebensraum. Wir werden Sie nicht mit der großen Marketingwelle überfluten. Wir kommen eher leise und mit einfachen Mitteln. Wir können und wollen nicht "professionell" rüberkommen. Es ist einfach unser Gebet, dass Gott uns selbst neu beschenkt.

Bernd Kanwischer ist Bundessekretär für die Region Mitte-Ost.


Noch keine Kommentare

Sie müssen eingeloggt sein um Kommentare zu schreiben


Christsein heute

... alles, was
Freie evangelische
Gemeinden bewegt!


Jetzt bestellen


Service

Der FeG-Shop

Bücher & anderes aus dem FeG-Kosmos:


Zum Shop>>>

Kontakt zur Redaktion

Sie möchten Kontakt mit uns aufnehmen? Dann klicken Sie doch bitte hier.

Lust auf mehr?

Weitere Zeitschriften aus dem Bundes Verlag

Informieren Sie sich hier über weitere Zeitschriften und Angebote des Bundes-Verlags.

 

© 2019 SCM Bundes-Verlag gGmbH - Impressum - Datenschutz - Kontakt