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Von Dietrich Ebeling und Jörg Podworny


Erhard Diehl und Peter Strauch Zwei Weggefährten

Im Gespräch mit der Christsein Heute-Redaktion.

Erhard Diehl, Jahrgang 1941, Sie waren 20 Jahre Verlagsleiter im Bundes-Verlag in Witten, von 1986 bis 2006. Bis zum Ruhestand. Waren Sie eigentlich schon immer im Medienbereich tätig?

Diehl: Nein, aber ich war schon immer an Medien und Kunst interessiert … und habe relativ früh als Gemeindepastor in Nürnberg und Jugendpastor im Gemeindeverbund Hamburg Rundfunkandachten gehalten und bei Live-Gottesdiensten im Rundfunk mitgewirkt. Dann bin ich 13 Jahre beim ERF gewesen - zunächst als Leiter des Jugendfunks und später als Chefredakteur.

Peter Strauch, Jahrgang 1943, Sie schreiben seit gut 45 Jahren Beiträge für den Bundes-Verlag. Von 1991 bis 2008 waren Sie Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden. Ihr Dienstort war Witten. Sie haben die Entwicklung des Bundes-Verlags aus nächster Nähe erlebt. Erhard Diehl und Sie waren Weggefährten. Wo haben Sie sich kennen gelernt?

Strauch: Wir sind uns bereits 1962 begegnet, während der theologischen Ausbildung in der damaligen „Predigerschule“ in Ewersbach. Vor 50 Jahren! Dann kreuzten sich unsere Wege immer wieder bei gemeinsamen Sendungen im ERF, auf Allianz-Ebene, als Mitarbeiter bei Kinderfreizeiten in Holland und im Jugendbereich. Unsere Freundschaft hat später die Zusammenarbeit erleichtert. So konnten wir in schwierigen Situationen offen miteinander reden und auf dem kleinen Dienstweg Lösungen finden.

Bund und Bundes-Verlag – turbulente 80er Jahre

Wie haben Sie als Präses das Miteinander von eigenständigem Bundes-Verlag und dem FeGBund erlebt?

Strauch: Als ich im Bund anfing, da war der Bundes-Verlag ein eigenständiges Bundeswerk. Und dann zerbrach es und wurde eigentlich zu einer Presseabteilung innerhalb des Bundes.

Wann war das?

Diehl: Der Umbruch war 1985/86. Die Bundes- Verlag eG wurde aufgelöst. Am 1. Januar 1986 wurde die Bundes-Verlag GmbH gegründet.

Warum ging der alte Bundes-Verlag zu Ende?

Strauch: Er ging vor allem finanziell zu Ende. Aus Kostengründen hatte man bereits die Versandbuchhandlung aufgegeben. Wobei andere von außen sagten: Wie konntet ihr das tun?! Die Versandbuchhandlung ist doch die Lebensader, die ihr zu und in den Gemeinden habt. Außerdem gab es damals die hauseigene Druckerei, die Zeitschriften, den Buchverlag und das Ladengeschäft, die Buchhandlung in Witten-Bommern. Ein bekannter Verleger riet damals, die Druckerei abzuschaen. Es gab ja verschiedene Möglichkeiten, Druckaufträge kostengünstig anderweitig zu vergeben. Zuerst wurde die Versandbuchhandlung abgegeben und dann ging auch die Druckerei weg.

Diehl: Auch das Ladengeschäft wurde aufgegeben und an das Christliche Verlagshaus in Stuttgart verpachtet. Die allgemeine Buchproduktion wurde beendet und der Vertrieb von Büchern praktisch eingestellt. Zurück blieben nur die Zeitschriften, die es seinerzeit gab. Diese Veränderungen wurden notwendig, um Schlimmeres zu verhüten. Durch Verkauf von Grundstück und Verlagsgebäude an den Bund konnten die Schulden beglichen und damit eine Insolvenz vermieden werden.

Strauch: Schwierig fand ich, dass in den Redaktionen Pastoren arbeiteten, denen gekündigt wurde und ich als der damalige Verantwortliche des Bundes für die Pastorenschaft die Gespräche führen sollte. Im Nachhinein ist mir heute klar, dass es falsch war, hier die Gesprächspartner zu wechseln. Solche heiklen Dinge und schwierigen Phasen lassen sich nicht nach außen verlegen. Sie gehörten in die Verantwortung des Verlags. Es kam zu großen Spannungen bis in die Ortsgemeinden hinein. Es gab ja harte Entscheidungen, die man von außen kaum beurteilen konnte.

Diehl: Das war alles Vergangenheit, als ich im Mai '86 Geschäftsführer des Bundes-Verlages wurde. Trotzdem war der Anfang schwierig. Wir hatten kein Geld und kaum Produkte, mit denen Geld zu verdienen war. Hinzu kam, dass einige Mitglieder im damaligen Aufsichtsrat gegen eine Ausweitung des Verlages waren, aus Sorge, ein wirtschaftlicher Zusammenbruch könnte sich wiederholen. Andere wie Karl-Heinz Knöppel, unser damaliger Präses und vor allem der Vorsitzende, Friedhelm Loh, dachten zum Glück anders und unterstützten den neuen Wachstumskurs.

Strauch: Noch ein Gedanke zum Miteinander von Bund und eigenständigem Verlag. Nach meiner Überzeugung muss Presse eigenständig sein. Das betrit auch unsere Zeitschriften, auch Christsein Heute. Meiner Meinung nach brauchen wir keine Hauspostille, also eine Art Betriebszeitschrift des Bundes. Auch, wenn ich von vielen Reibungspunkten erzählen könnte, besonders von der "Punkt"-Geschichte, der damaligen Jugendzeitschrift mit Uli Eggers. Es war ja die Zeit der Friedensthematik und der Frage nach der sozialen Verantwortung. Da gab es innerhalb der Bundesleitung kräftige Diskussionen und unterschiedliche Gewichtungen. Ich glaube, es existiert ein natürliches Spannungsfeld zwischen Presse und dem dazu gehörenden gemeindlichen Dachverband. Dass es da allerdings einen verantwortbaren Rahmen geben muss, das ist klar. Wir haben heute einen starken Zeitschriftenverlag, aber bewusst nicht innerhalb des Bundes. Darüber bin ich froh. (...)

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Das gesamte Interview können Sie in der aktuellen Christsein Heute lesen.


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