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Von Annekatrin Warnke


In Afrika zuhause Maike Ettling aus Tansania

"Von Gott veränderte Menschen können ihren Lebensstil ändern"

Von dem Leitspruch oben ist Maike Ettling überzeugt, denn das hat sie selbst so erlebt. In ihrer Schulzeit war sie nach eigenen Angaben "schüchtern, still und zurückhaltend" - und hätte nie den Mut gehabt, alleine in ein anderes Land zu gehen. Aber nachdem Maike kurz vor dem Abitur ihr Leben Jesus Christus übergeben hatte, wurde für sie das Thema "einfacher Lebensstil" immer wichtiger und der Wunsch wurde geboren, in ein Land zu gehen, das nicht so reich ist wie Deutschland.

 Deshalb begann sie 1985 mit 19 Jahren eine Ausbildung als Krankenschwester im Hamburger Krankenhaus Elim. Maike hatte sich das genau überlegt und dachte, dass sie mit einer medizinischen Ausbildung auf jeden Fall in einem ärmeren Land gebraucht werden würde. Folgerichtig reiste sie 1990 als Krankenschwester für ein Jahr mit dem Deutschen MissionsärzteTeam (DMÄT) aus. Es ging nach Uganda, wo sie für je sechs Monate sowohl auf einer Dorfstation, als auch in einem Krankenhaus arbeitete. In dieser Zeit entdeckte sie ihr Herz für Afrika. Sie sammelte so positive Erfahrungen, dass sie beschloss, ganz in den Missionsdienst zu gehen. Dafür bereitete sie sich dann zwei Jahre auf dem All Nations Christian College in England vor. Nach einem zusätzlichen Sprachkurs, um Kisuaheli zu lernen, ging sie 1995 mit der AllianzMission nach Tansania. Dort lebt und arbeitet sie heute noch immer. Der ostafrikanische Staat ist etwa dreimal so groß wie Deutschland. Im Nordosten liegt der höchste Berg Afrikas, der Kilimandscharo. Außerdem ist das Land ein Begriš wegen des SerengetiNationalparks und des NgoroNgoro Kraters. Die Geschäftssprache ist Englisch, die Staatssprache Kisuaheli.

 Für Maike Ettling ist Tansania nach über 17 Jahren ihre Heimat. "Ich genieße den spontaneren Lebensstil in Tansania", sagt sie. "Du musst dort nicht alle Termine planen. Man kann sich ohne Anmeldung besuchen, um einfach mal freundlich Hallo zu sagen. Das Gemeinschaftsleben ist sehr intensiv, ich nenne das mal Beziehungsgesellschaft."

 Auch die fast ständige Erfahrung von Leid und Tod fi ndet in dieser Beziehungskultur statt und macht sie zu etwas, was mehr als in Deutschland zum Leben und Alltag gehört und miteinander gelebt wird. Spontanität und intensives Miteinander führen dazu, dass der Tag fast nie so wie geplant verläuft, weil immer mal wieder Kranke oder sonstige Anliegen dazwischenkommen. Das kann anstrengend sein, macht das Leben allerdings bunt und spannend, findet Maike.

 Ihre Liebe zu Tansania begann 1995, als sie in der Stadt Mwanza das sogenannte "Kulturpraktikum" absolvierte. Sie arbeitete mit einer deutschen Familie zusammen und lernte zum Beispiel, auf Kisuaheli zu unterrichten. Bei diesem Unterricht ging es um die Ausbildung von Gesundheitshelfern. Diese konnten dann ihrerseits der Bevölkerung beibringen, manche Krankheiten durch veränderte Verhaltensweisen zu vermeiden.

 Außerdem arbeitete Maike in einer Gemeinde der AfrikaInlandKirche (AICT) mit. Die AICT ist in Tansania Partner der AllianzMission. Diese Kirche umfasst ca. 600 000 Mitglieder.

 Seit 1997 wohnt die Missionarin in Musoma. Für diese Stadt ist der AICTBischof der Mara und Ukerewe Diözese zuständig. Dieser Mann entpuppte sich als ein leidenschaftlicher Nachfolger von Jesus und war oš en für ein ganzheitliches Christsein. Unter seiner Obhut begann Maike gemeinsam mit einem örtlichen Pastor in zwei Dörfern basismedizinisch zu arbeiten, mit dem Ziel, Menschen zu einem gesunden Lebensstil anzuleiten. Diese Arbeit weitete sich aus und Maike Ettling reiste in den ersten Jahren in ihrer Diözese herum, um auch in anderen AICTGemeinden Christen für diesen ehrenamtlichen Dienst zu schulen. Diese wiederum unterrichteten über gesunden Lebensstil und besuchten Kranke in ihren Dörfern.

 Seit 2001 sind drei Gesundheitsstationen entstanden. Zwei in Musoma, eine in einer 70 Kilometer entfernten Kleinstadt. Eine Gesundheitsstation ist in etwa vergleichbar mit einer Arztpraxis. Patienten, die nicht in ein Krankenhaus müssen, werden dort ambulant behandelt. In den Stationen gibt es ausgebildete Ärzte, ein Labor und zudem werden HIVTests und Beratung durchgeführt. Ein wichtiger Arbeitszweig ist die „HIVPositive-Selbsthilfegruppe“. HIV-Positive lernen so über ihre Probleme zu sprechen und geben sich gegenseitig Hilfestellung.

 Für einen weiteren Arbeitszweig war der Besuch eines deutschen Apothekers in Musoma prägend. Er hielt Seminare über natürliche Medizin. Seitdem werden diverse Medikamente aus Heilpflanzen hergestellt, Seminare gehalten und Heilpflanzen angebaut. Zu denen gehört zum Beispiel die Artemisiapflanze (Beifuß). Dieser Strauch liefert ein natürliches Medikament gegen Malaria. Wenn man weiß, dass Malaria an der Spitze der Todesursachen in Tansania steht, wird klar, wie wichtig der Aufbau dieses Arbeitszweigs für das Land ist.

 Einmal im Monat ist Maike mit drei weiteren Mitarbeitern fünf Tage lang unterwegs zu sogenannten Dorfkliniken. Dorthin kommen Patienten, die weit von medizinischer Versorgung entfernt leben. Täglich werden zwischen 80 und 100 Patienten ambulant behandelt. Das gemeinsame Ziel der unterschiedlichen Arbeitszweige ist, dass Menschen der Liebe Jesu ganz praktisch begegnen und Gemeinden wachsen.

 In Tansania sei es viel einfacher, mit Leuten über den christlichen Glauben ins Gespräch zu kommen - und ein Krankenbesuch endet fast immer, wenn nicht beim ersten Besuch, so spätestens beim zweiten oder dritten mit der Frage: "Wohin gehst du zum Beten?" Und dann ist man mittendrin im Gespräch - viel unkomplizierter und offener als in Deutschland. Maike erzählt weiter: Ein Ergebnis von vielen Besuchen oder auch von der Behandlung Kranker in den Dörfern oder Gesundheitsstationen ist, dass Leute in die Gottesdienste kommen, weil sie sagen: „Die kümmern sich, die Gemeinde will ich kennenlernen.“ Das sind oft die ersten Schritte, um zum Glauben an Jesus zu finden.

 "Ich genieße meine Arbeit, weil sie so vielfältig ist", sagt Maike. "Selbst wenn ich in der Stadt bin, habe ich kein Arbeitseinerlei." Das Einzige, was sich dann nicht ändert, ist dass sie um 4.30 Uhr aufsteht. Der frühe Morgen und der Abend, der mit Einsetzen der Dunkelheit um 19 Uhr beginnt, sind meist gefüllt mit Arbeiten am PC. Dazwischen liegen Morgenandacht, Leitungsaufgaben und Arbeitsbesprechungen in den drei Gesundheitsstationen, die Mitarbeiterandacht im Diözesen-O¡ce um 8.30 Uhr, Amtsgänge, Bankbesuche, Medikamenteneinkauf, Krankenbesuche, Gemeindeveranstaltungen und vieles mehr. Langeweile ist etwas anderes!

 Über die Frage, ob sie die einzige Weiße in ihrer Gemeinde, ihrer Nachbarschaft und am Arbeitsplatz ist, muss Maike erst mal kurz nachdenken. "Tatsächlich", antwortet sie dann lächelnd, "ich bin die einzige Weiße. Aber das fällt mir normal gar nicht auf." Wenn Maike auf Heimataufenthalt ist, liegt ihre "Basisstation" bei ihren Eltern in Bremervörde. Dort ist auch die Freie evangelische Gemeinde, in der sie zum Glauben kam. "Heute ist meine Heimatgemeinde die AICT-Kirche in Musoma", sagt sie. "Dort sind Beziehungen gewachsen und dort habe ich meinen Platz." Maike Ettlings Lebensstil hat sich o¥ensichtlich verändert. Sie ist ein bisschen zur Afrikanerin geworden.


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