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Von Friedrich Zahn


Eine überraschende Entdeckung am Wegrand

Das Thema der Herbsttagungen 2012, Gemeinde ³, steht vor mir wie ein sperriger Klotz. Es klingt wie höhere Mathematik und das war in Schulzeiten nie meine Stärke. Was soll denn da in Gemeinde entdeckt und erfahren werden?

 Während das alles in meinen Gedanken arbeitet, schneidet meine Frau einen Zeitungsabschnitt aus über eine Wanderung rund um den fränkischen Weinort Castell. Wir nutzen den sonnigen Herbsttag und fahren zum Startpunkt. Am Wegrand finden sich regelmäßig Tafeln mit Erklärungen über den Weinbau. Mitten im Lesen eines dieser Schilder ist es, als wenn sich eine Tür öffnet und Gottes Geist mir mit dieser schlichten Wegtafel eine Predigt hält zum Thema Gemeinde entdecken.

 Ich sehe noch das überraschte Gesicht meiner Frau, als ich im Blick auf die Tafel sage: Genau das ist es! Das ist es, worum es bei den Herbsttagungen 2012 geht. Der Zusammenhang der Bibelarbeiten mit der ganzen Thematik schließt sich mit einer kleinen Wegtafel auf. Auf einmal verstehe ich den Jünger Johannes, der sich in den Sendschreiben der Offenbarung an sieben verschiedene Gemeinden wendet. So simpel sich meine Einsichten anhören, ich erlebte sie wie eine Offenbarung:

1. Die Lage entdecken

 „Es unterscheidet sich das Terroir jeder einzelnen Lage … dadurch lassen sich Weine klar und eindeutig erkennen“ – steht da auf der Tafel. Innerhalb eines ganz engen Raumes, der sich in gut zwei Stunden locker zu Fuß erschließt, gibt es in einem Weingebiet klar unterscheidbare Lagen, Steilhänge, flache Hänge, Südhänge, steinige und sandige Böden. Jede Lage ist anders. Die Gemeinden, in denen jeder von uns steht, sind auf Grund ihrer Lage auch unvergleichbar. Jede Gemeinde muss also zuerst einmal ihre einzigartige Lage entdecken. Die Gemeinden in den Sendschreiben der Offenbarung liegen geographisch auch nicht weit auseinander, aber ihre Lage ist dennoch total verschieden. Wie viel unseliges Vergleichen von Gemeinden und Rezepten kann man da schon mal getrost bei Seite legen. Das leuchtet ein: In einer Steilhanglage muss ich anders arbeiten als in der Ebene und bei magerem Boden anders als in fettem. Der HERR des Weinbergs berücksichtigt also bei jedem seine persönliche Lage. Das ist die erste lohnende Frage: In welchem Punkt ist die Lage unserer Gemeinde nicht oder kaum vergleichbar mit anderen?

2. Die Entwicklungsfaktoren verstehen

 Sowohl im AT (Jes 5,1-7) wie im NT (Joh 15,1- 8) werden Gemeinden als Weinberg Gottes beschrieben. Man sagt, ein Winzer geht durchschnittlich sieben Mal im Jahreskreislauf um jeden Weinstock herum - ein hoher Arbeitsaufwand. Jeder Weinbauer muss dabei das Zusammenwirken vieler Faktoren verstehen, wenn am Schluss ein guter Wein rauskommen soll. Es gibt in jeder Gemeinde, wie auch in jedem Weinberg Faktoren, die haben wir in der Hand und es gibt Faktoren, die haben wir nicht in der Hand. Man muss wissen, wann man schneidet, wie man schneidet, welche Triebe man stehen lässt und wie man mit Schädlingen umgeht.

 Beim Bau von Gemeinde geht es in den Herbsttagungen ebenso um das Zusammenwirken vieler Faktoren, durch die eine Gemeinde gesund wachsen kann: Ist die Gemeinde spürbar konzentriert auf das Wort Gottes? Gewinnt Jesus im Lebenswandel der Gläubigen Gestalt? Ist die Gemeinde bewusst auf Evangelisation ausgerichtet? Ist ihr Tun von Barmherzigkeit bestimmt? Hat die Gemeinde eine weltweite Perspektive? Stehen die Glieder in beständiger christlicher Gemeinschaft? Wohnt in ihnen die Sehnsucht Gott anzubeten? Hat eine Gemeinde gottesfürchtige Leiter und wachstumsfördernde Strukturen? Das alles sind Faktoren, die darüber entscheiden, ob gute Frucht wächst. Wieder eine lohnende Frage: Was war ein besonders guter „Jahrgang“ in unserer Gemeindegeschichte? Was hat dazu beigetragen?

3. Wir haben Nichts in der Hand

 Selbst, wenn alle Faktoren optimal stimmen, gibt es wiederum Dinge, die haben wir überhaupt nicht in der Hand. Ich habe einmal ein Unwetter erlebt, das in 15 Minuten ganze Weinberge samt der wachsenden Frucht zerschlagen hat. Wer in der Gemeinde Jesu mitarbeitet lernt, wir haben Nichts in der Hand. Manche Rebe wird mühsam gepflegt und dann wird alles durch böse Kräfte zerschlagen. An anderer Stelle wachsen ohne besondere Mühe herrliche Früchte. Ein Weinbauer braucht darum immer „eine gute Intuition“ bei seinem Tun. Im Raum Gemeinde nennen wir das schlicht Heiliger Geist. Wir brauchen darum eine sehr enge Anbindung an Jesus. Eine weitere lohnende Frage: Bei welchen Entwicklungen in den zurückliegenden drei Jahren haben wir – im Guten wie im Schlechten – besonders den Eindruck, es lag nicht in unserer Hand? Wo haben wir in besonderer Weise Gottes Führung durch seinen Geist erlebt?

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