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Von Peter Schmid


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FEG St. Gallen

Stami St. Gallen Gemeinde mit Vision

Ein Porträt der „Stami St. Gallen“, eine Freie Evangelische Gemeinde in der Schweiz

Die „Stami St. Gallen“ gehört zu den Schweizer Freien Evangelischen Gemeinden. Sie wächst, ohne in der Öffentlichkeit große Wellen zu schlagen. Die Gemeindeleitung arbeitet mit vereinten Kräften daran, die von Jesus Christus empfangene Vision mit der Gemeinde zu realisieren. 



Die Vision und die konkreten Jahresziele sind immer wieder Thema in den Stami-Gottesdiensten. Zu passenden Gelegenheiten im Jahr erläutert die Gemeindeleitung den Besuchern und Mitgliedern die Gemeindevision und Ziele. So stellte der leitende Pastor, Gust Ledergerber (Foto), zu Beginn dieses Jahres den Zuhörern in einer Visionspredigt die vier Männer vor Augen, die ihren gelähmten Freund zu Jesus bringen und motivierte auf diese Weise zum Jahresthema „Geistliche Erneuerung erleben“. 



2012 hatte die Gemeindeleitung das Jahresthema „Geistliche Leidenschaft“ bei einem Podiumsgespräch im Gottesdienst erläutert. Gemeinsam saßen die Leiter auf der Bühne und verdeutlichten im Gespräch die Ziele und wie sie zustande gekommen waren.



2013 arbeitet die Gemeinde weiter daran, dass jedes Gemeindeglied seine Beziehung zu Gott erneuert und vertieft und das „Abenteuer der Nachfolge entdeckt“, dabei auch Hindernisse erkennt und überwindet. Ein weiteres Jahresziel ist, die „Freundschaftsevangelisation“ zu lernen und „Gnade zu verschenken“. Ledergerber hofft, dass Gott für viele weitere Menschen „real wird im Alltag, dass Gott ihnen Zugang zu sich schenkt und Frieden ins Herz. Es gibt nichts Genialeres, als ihn ganz einzubeziehen ins Leben.“ 



Vielsprachig 



Vor vier Jahren hat die „Stami“ (kurz für Stadtmission) einen modernen Neubau im Stadtteil St. Fiden unweit des Kantonsspitals St. Gallen bezogen. Aktuell besuchen über 500 Erwachsene, Jugendliche und Kinder die Gottesdienste: Das sind sechsmal mehr Menschen als noch vor zehn Jahren. Die 1864 gegründete Gemeinde stellt sich in den Dienst von Jesus, der Menschen liebt und ihnen nachgeht. Viele haben ihn hier als ihren besten Freund entdeckt. Migrantinnen und Migranten Trefaus über 25 Kulturkreisen besuchen mittlerweile die Stami. Gottesdienste werden ins Englische, Serbokroatische, Portugiesische und Spanische übersetzt. 



Dass die Gemeinde evangelistisch tickt, zeigt sich etwa daran, dass der Pastor nach dem Gottesdienst einzelnen Besuchern nachgeht und sie ebenso freundlich wie verbindlich anspricht. Gemäß ihrem Leitbild will die Stami Menschen zu Jesus führen und sie in der Beziehung zu ihm fördern. Wie wird dieses Doppelziel von der Gemeindeleitung verfolgt, konkretisiert, vermittelt und im Gemeindeleben insgesamt umgesetzt? 



„Kirche die bewegt“ 



Die Stami präsentiert sich als „Kirche, die bewegt“. Der Slogan auf der Fassade ist selbst von der Autobahn aus zu sehen und mit einer Vision verbunden, die nach einer tiefen Gemeindekrise mit Spaltung 1995 und zweijähriger pastorloser Zeit empfangen wurde. Dabei ist „Vision“ für die Stami-Verantwortlichen „ein von Gott geschenktes, begeisterndes Bild, was durch seine Hilfe sein oder werden kann“.



Für Begeisterung war jahrelang kein Anlass. Ein neues Leitungsteam sollte die Stami aus der Krise führen. Einer von ihnen, Jürg Spiess, erinnert sich, dass die gemeinsame Lektüre von Rick Warrens Buch „Kirche mit Vision“ die Sehnsucht nach einer „wirkungsvollen Gemeinde“ weckte. Als die Verantwortlichen auf der Pastorensuche mit Gust Ledergerber ins Gespräch kamen, stellten sie darin Übereinstimmung fest. Im Jahr 2000 verbrachte die Stami ein Wochenende mit dem neu berufenen Pastor. Unter Betrachtung ausgewählter Bibeltexte und mit Warrens Buch entstanden dann Vision und Leitbild. Die heutige Gemeinde-Vision gründet im Missionsauftrag von Jesus. Ledergerber: „Wir sehen das Erreichen von Menschen, die Jesus fern stehen, als Kernauftrag eines jeden Gemeindegliedes, entsprechend seinen Begabungen.“



Aufeinander hören, träumen...


Das Leitbild findet auf einem einzigen Blatt Platz. Es sind sechs Sätze, die die Qualität der Gemeinschaft und Anbetung über äußeres Wachstum stellen. Das Leitbild gelte bis heute und habe sich als äußerst wertvolles Werkzeug erwiesen, sagt Spiess. Auf dieser Grundlage erarbeitete die Gemeindeleitung im zurückliegenden Herbst an einem Wochenende Ziele und Maßnahmen für das nächste Jahr. Laut Jürg Spiess werden Eindrücke und Bedenken jedes Einzelnen ernst genommen. „Wenn wir in einer Sache nicht eins werden, ist dies in der Regel ein Zeichen, dass sie entweder noch nicht reif oder überhaupt nicht dran ist.“



…und tun, was Gott segnet



Die Gemeindeleitung geht nach dem Rat des US-Pastors John Ortberg nicht so vor, dass sie Gottes Segen für ihre Vorhaben erbittet, sondern betet: „Herr, hilf uns zu tun, was du segnest!“ Das Leitungsteam setzt sich aus verschieden begabten Männern zusammen, „Typen, die einander nicht als lästig empfinden, sondern als Ergänzung sehen“. Spiess gibt zu bedenken: „Wären alle bewahrende Typen, würde es schwer fallen, Neues mutig ins Auge zu fassen.“ Im vertieften Austausch und besonders im gemeinsamen Träumen könne eine Vision Gestalt annehmen. 



Gemeindemitglieder einbeziehen 



Die Jahresziele werden zuerst den Leitern der Bereiche und der Kleingruppen erläutert. Emil Aemisegger, der als Pastor für diese Gruppen verantwortlich ist, hilft ihnen, die Ziele innerhalb ihres Gemeindebereiches weiterzugeben, sie anzupassen und entsprechend umzusetzen. Parallel dazu werden die Mitglieder in Gottesdiensten, an einer Gemeindeversammlung und weiteren Treffen „in die neuen Ziele hineingenommen“. Spiess: „Wir laden sie ein, mit uns diese Ziele in allen Bereichen der Gemeinde und persönlich umzusetzen.“ Wiederholt werden die Ziele in Predigten aufgegriffen und konkretisiert. Nicht erreichte Ziele nimmt die St. Galler FEG im folgenden Jahr in einer neuen Form auf.



Einmütig



Was ist wesentlich für die gelingende Vermittlung von Vision? Emil Aemisegger: „Die Einheit der Leiterschaft für das gemeinsame Ziel! Ist das gegeben, wird automatisch auf allen Ebenen entsprechend kommuniziert und das Momentum der Übertragung wirkt entsprechend stark. Zudem spielen klare und sorgfältige Kommunikation, Offenheit für Fragen und der Vorschuss an Vertrauen in die Gemeindeleitung eine wichtige Rolle.“ Von neuen Mitgliedern erwartet die Stami laut Ledergerber, „dass sie sich Jesus gemäß ihren Begabungen und Möglichkeiten vorbehaltlos für die Verwirklichung seiner Vision mit uns eingeben“. 



Gemeinde für die Stadt



Ein Gesprächs- und Visionsabend der Gemeinde hat mehrere Schwerpunkte des Wirkens in der Stadt hervorgebracht. Ledergerber ist überzeugt, „dass eine unserer Stärken die Fähigkeit ist, Menschen zu erreichen, die an ihren gelebten Werten zerbrochen sind und sie mit neuer Hoffnung wieder aufzubauen.“ Ihnen wird über die Gemeinde gedient mit Beratung und Seelsorge, einem Mittagstisch, Budgetberatung und Schuldensanierung. Ein Diakoniefonds unterstützt frisch Geschiedene und Alleinerziehende. Gemeinsam mit andern Gemeinden betreibt die Stami eine sozialdiakonische Einrichtung, in der Arbeitslose mitarbeiten können. 



Wer immer die Menschen sind, wo immer sie sind – sie sind bei Jesus willkommen. Gust Ledergerber: „Allen sagt Jesus in seiner Leidenschaft: Du bist für mich unaufgebbar!“


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