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Von Christof Lenzen


Von Machos, Holzhacken und echter männlicher Spiritualität

Auf dem Weg zur eigenen Männlichkeit

Während Frauen und Männer um mich herum die Hände heben und Lobpreislieder von der Liebe des Papas singen, bin ich noch ganz in meiner Wut. Was für ein Tag liegt hinter mir. Kampf, Unverständnis, Streit – harte Bandagen auf der Arbeit. Irgendwie verstehe ich auch Gott in all dem nicht. Diese Wut fühlt sich gut an, normal, ich muss sie verarbeiten, sie soll ja nicht zur Sünde werden – aber hier? In diesem „Gesäusel“? So manches Mal kann ich das hier auch genießen, da laufen die Tränen und ich lande beim Vater auf dem Schoß – aber heute … will ich mit Gott ringen, kämpfen, ein Schwert in den Himmel strecken, klagen! Entfernt denke ich an den Satz von C.S. Lewis: „Gott ist wild, wissen sie?“ – und Hoffnung pulsiert in mir hoch … aber nur kurz. Dann übernimmt wieder das Rosarote, Weiche …

Eine doppelte Reise kennzeichnet den Weg des Mannes. Die erste Reise ist die „Reise des Jünger Johannes“ zur inneren „Weiblichkeit“, also Weichheit, Sensibilität. Die zweite Reise ist die „Reise des Täufers Johannes“ in die eigene Männlichkeit, in eine starke männliche Spiritualität. So beschreibt es schon Richard Rohr vor über 20 Jahren in seinem visionären Buch „Der wilde Mann“. Und er beschreibt Jesus Christus als DEN wilden Mann, der beides vereint. Aber Männer wandern aus unseren Gemeinden ab – manchmal äußerlich, oft innerlich. Werden still. Wohin mit den starken Gefühlen, dem Wilden, dem Kampf, der Sexualität?

Was männliche Spiritualität NICHT ist …

Während das „Weibliche“ heute eine breite Bandbreite an Ausdrucksformen gefunden hat, ist es beim „Männlichen“ anders. „Er ist ein ganzer Mann“ – das wird, wenn überhaupt, nur spöttisch gesagt. Eine solche Bezeichnung ist fast gleichbedeutend mit „Macho, aber ein bisschen peinlich“. „Männlich“ verkommt fast zu einem Unwort. Das Ergebnis sind Metrosexuelle, die männliches und weibliches zusammen mischen, anstatt – wie ich es definieren würde – die beiden Seiten der Persönlichkeit als Spannungsfeld zu leben, mit Schwerpunkt auf der männlichen Seite. Während Frauen auf der umgekehrten Reise schon weiter sind, stehen wir oft erst am Anfang …

Bei einem so schubladenhaft belegten Begriff wie „männlich“ ist es also am Anfang gut, einmal abzugrenzen, was das NICHT bedeutet. Wobei diese Vorsicht am Anfang eigentlich schon wieder nicht männlich ist ... Sei‘s drum!

Eine neue Machokultur

Männliche Spiritualität bedeutet nicht, eine neue Machokultur zu züchten, in der Männer als geistlich gelten, die sich über Frauen erheben und auf „dicken Macker“ machen. Diese Assoziationen schwingen aber bei dem Begriff der Männlichkeit schnell mit. Männliche Spiritualität ist nicht oberflächlich, hat keine eher peinlichen Aushängemerkmale, sondern beweist sich in innerer Kraft und gelebter Nachfolge. Nicht plakativ, sondern schlicht: wirksam, kraftvoll, klar, stark. Genauso wenig wie sensible Männer (die die erste Reise gegangen sind) automatisch Batiktücher färben, bei Romanzen im Kino weinen und es vorziehen, Babies zu wickeln, anstatt ins Fußballstadion zu gehen. Solche Klischees helfen uns auf beiden Seiten nicht weiter und verhindern Sensibilität männlicher Ausprägung genauso wie männliche Spiritualität.

Schwitzhütten, Bergsteigen …

Männliche Spiritualität bedeutet nicht automatisch Bergsteigen, Tiefseeangeln und Holzhacken. Kurz: John Eldredge ist nicht der einzige Zugang zur männlichen Spiritualität. Aber er zeigt dennoch etwas sehr Wichtiges und für Männer Notwendiges: An die Grenzen zu gehen, sich zu spüren, körperlich und seelisch herausgefordert zu werden, Seite an Seite mit anderen Männern die Natur zu spüren – das sind gute Erfahrungen. Erfahrungen, die männliche Spiritualität freisetzen können.

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Christof Lenzen ist Pastor der FeG Eschweiler.


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