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Von Christof Lenzen


Beziehungswesen: Gott, Jesus und Heiliger Geist

In einem Interview des amerikanischen „Leadership Journal“ aus dem Jahr 2004 berichtete Larry Crabb von einem Telefonat mit dem kürzlich verstorbenen Autor Eugene Peterson.

 

Peterson ist neben Richard Foster und Dallas Willard einer der einfl ussreichsten christlichen Autoren zum Thema Spiritualität. Er bemerkte, dass trinitarische Theologie in den evangelikalen Gemeinden äußerst wenig vorkomme – und solange wir uns nicht intensiver mit ihr beschäftigen, werde es kaum Fortschritte im Bereich des ganzheitlichen geistlichen Wachstums geben („spiritual formation“). Was aber bitte ist trinitarische Theologie? Dieser Begri” klingt doch für normale Christenohren so fremd wie für einen McDonalds-Jünger eine „Saltimbocca alla romana“ (ein gebratenes Kalbsschnitzel mit Schinken und Salbei). Dabei ist beides, die Trinität und diese italienische Spezialität, sehr schmackhaft. Und wer in das Denken der trinitarischen Theologie eindringt, dem leuchten heilsame und befreiende Aspekte auf, die bisher im geistlichen und gemeindlichen Leben schmerzlich vermisst wurden. Worum geht es?

Die tanzende Dreieinigkeit

Die Lehre der Dreieinigkeit, die wortwörtlich so nicht biblisch verankert ist, aber auf vielfältige und bunte Weise von der ersten bis zur letzten Seite der Schrift bezeugt wird, drückt aus: Gott ist einer – aber er ist in sich Gemeinschaft aus Vater, Sohn und Heiligem Geist. Sie bilden ein Miteinander. Das meines Erachtens schönste Bild für dieses Geheimnis des Glaubens findet sich im Begri” der perichoresis, der bereits im vierten Jahrhundert nach Christus Verbreitung fand: Vater, Sohn und Heiliger Geist sind voneinander durchdrungen, aber nicht verschmolzen. Eine Einheit ohne Verschmelzung. Wörtlich übersetzt bedeutet perichoresis „um etwas herum und umher schwingen“ – die Dreieinigkeit als Tanz! Ein ungewohnter und doch faszinierender Gedanke der Freude und Leichtigkeit, der Beziehungsharmonie, der Einheit und doch Verschiedenheit. Was haben wir Christen damit zu tun? Man verzeihe mir im Folgenden die poetischen Worte und Umschreibungen, anders kann ich mich diesem Thema nicht nähern und ich gestehe, dass mir beim Schreiben immer wieder Tränen in den Augen stehen, so sehr bewegt mich dieses Geheimnis.

Wir tanzen mit!

Wir sind zuerst als Ebenbild dieser Dreieinigkeit gescha” en. Gott sprach (1Mo 1,26): „Lasst uns den Menschen machen!“ Um uns also selbst besser zu verstehen, brauchen wir ein solides Verständnis der Dreieinigkeit. Aber bei der Ebenbildlichkeit, die ja für jeden Menschen gilt, auch wenn die Gottlosigkeit diese verzerrt hat, bleibt es nicht stehen. In Johannes 17 schildert Jesus auf geheimnisvolle und zarte Weise, wie Männer und Frauen, die zu ihm gehören, in diesen Tanz mit hineingenommen werden! Vater, Sohn und Heiliger Geist nehmen Wohnung im Menschen – und dieser wird seinerseits in den Vater hineingezogen, vermittelt durch den Sohn. Wir tanzen mit! Es tanzt in uns! Dieses Geheimnis ist so groß, dass der englische Prediger Spurgeon sich geweigert hat, über Johannes 17 zu predigen – so groß war seine Ehrfurcht. In der Tat: In dem Moment, wo wir versuchen, diese Worte von Jesus westlich logisch zu durchdringen, entweichen sie uns. Dieses Geheimnis will angebetet, bestaunt werden. Voller Ehrfurcht und Demut! Aber dann entfaltet es seine heilende Kraft in unserem Leben als Christ und als Leib Christi. Nähern wir uns einigen Aspekten trinitarischer Theologie, wie ich sie für die Praxis sehe. Ich nähere mich dabei Gott selbst. Träumen Sie als Leser doch einfach die Bilder und Aussagen weiter – auf sich selbst und auf Gemeinde bezogen!

Wie es weiter geht, erfahren Sie in der aktuellen Christsein-Heute-Ausgabe 11/2013.

 

 


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