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Von Prof. Dr. Wilfrid Haubeck


Die Geburt Jesu

Die Geschichte von der Geburt Jesu in Lukas 2 ist den meisten sehr vertraut. Wir haben sie oft gehört und gelesen. Deshalb schauen wir nicht mehr genau hin, was sie uns sagen will. Weil wir meinen, die Geschichte zu kennen, übersehen wir leicht die historischen und theologischen Fragen, die sie stellt, und was sie uns sagen will.

 

Einordnung in die Weltgeschichte

Der Evangelist Lukas ordnet die Geburt Jesu in die Weltgeschichte ein. Mit dieser historischen Einordnung hebt Lukas die große Bedeutung des Ereignisses hervor, die über Israel hinausreicht (vgl. Lk 2,14.32). Allerdings nimmt er keine genaue Datierung vor. Nach Lk 1,5 regierte in Judäa zu dieser Zeit König Herodes derGroße (37 bis 4 v.Chr.), der für den Kindermord in Betlehem verantwortlich war (Mt 2,16-18). Daraus können wir schließen, dass Jesus wahrscheinlich im Jahr 7 oder 6 v.Chr. geboren wurde.

Wichtiger als eine genaue Datierung ist für Lukas, warum Josef und Maria nach Betlehem, in die Stadt Davids, reisten. Der Anlass war eine Volkszählung zum Zweck der steuerlichen Erfassung der Untertanen, ein so genannter Zensus. Dabei ging es Kaiser Augustus um die Erfassung zu einer kombinierten Grund- und Personensteuer. In den römischen Provinzen wurde während der Regierungszeit von Augustus (27 v.Chr. bis 14 n.Chr.) dreimal ein Zensus durchgeführt, wahrscheinlich etwa alle 14 Jahre. In den Pro vinzen regte sich dagegen teilweise aktiver Widerstand.

In Judäa kam es im Jahr 6/7 n.Chr. bei einem solchen Zensus zu einem zelotischen Aufstand (vgl. Apg 5,37; Josephus, Antiquitates Judaicae 18,1 ). Nach dem jüdischen Historiker Josephus wurde von Quirinius im Jahr 6/7 n.Chr. ein Zensus durch geführt. Wahrscheinlich war er von 6 bis 9 n.Chr. kaiserlicher Legat in Syrien. Das hat manche an den lukanischen Angaben zweifeln lassen: Wie passt dazu Lk 2,2, dass der Zensus 7/6 v.Chr. durchgeführt wurde, als Quirinius Statthalter bzw. Legat von Syrien war?

Wahrscheinlich gab es zwei Steuerveranlagungen, eine etwa 7/6 v.Chr., von der Lukas berichtet, und eine 6/7 n.Chr. Sie ist in Lk 2,2 ausdrücklich als erste gekennzeich net, und Lukas weiß von einer anderen, bei der es zum Aufstand von Judas, dem Galiläer, kam (Apg 5,37). Vorauszusetzen ist dabei dann, dass Quiri nius entweder früher schon einmal Legat von Sy rien war oder dass er den Zensus in Lk 2,2 in einer Sondermission durchführte. Für beide Möglichkeiten gibt es Gründe, aller dings lässt es sich historisch nicht sicher feststellen. 

Den vollständigen Artikel können Sie in der aktuellen Ausgabe der CHRISTSEIN HEUTEN nachlesen.

 

 


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