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Von Harmut Weyel


Barbara Juliane von Krüdener (Teil 1)

Im Juli 1813 – also vor 200 Jahren – erscheint eine vornehme adlige Dame mittleren Alters in einer Herrnhuter Brüdergemeine. Das ist eigentlich nichts Besonderes, denn seit der Gründung dieser Gemeinden durch den Grafen Zinzendorf im Jahr 1727 besuchen häufig adlige Personen diese Gemeinden, nicht wenige schließen sich ihnen auch an. Dieser adlige Besuch in der kleinen Gemeinde in Genf, die 1741 durch Zinzendorf höchstpersönlich gegründet worden war, ist aber etwas Besonderes, denn der Dame geht ein Ruf voraus. Nein, nicht nur ein guter, auch ein zweifelhafter.

Der geschichtliche Hintergrund, vor dem der Besuch stattfi ndet, ist voller weltbewegender Ereignisse. 1798 hatten die Wellen der Französischen Revolution Genf erreicht. Die Stadt war von Frankreich annektiert und schließlich in das Französische Kaiserreich unter Napoleon integriert worden. Im Dezember 1805 hatte Napoleon in der Schlacht bei Austerlitz die Österreicher und Russen und im Oktober 1806 bei Jena und Auerstedt die Preußen geschlagen und sein Herrschaftssystem über weite Teile Kontinentaleuropas errichtet.

Im Dezember 1812 war Napoleon aber schwer geschlagen aus seinem Russlandfeldzug nach Paris zurückgekehrt. Im Zuge der nun einsetzenden Befreiungskriege hatte auch Genf seine Freiheit wieder gewonnen. Zwar hatte Napoleon noch einmal im Mai 1813 trotz großer Verluste zwei Siege errungen, aber seine Kraft und mit ihm seine Herrschaft waren dem Ende nah. In der Völkerschlacht bei Leipzigim Oktober 1813 werden seine Truppen von den verbündeten Heeren der Österreicher, Preußen, RussenundSchweden besiegt. In Genf wird 1814 die Stadtrepublik ausgerufen, die im folgenden Jahr schweizerisch und Hauptstadt des neugebildeten Kantons Genf wird. Die berühmt-berüchtigte Dame, die im Juli 1813 in der kleinen Genfer Brüdergemeine auftaucht, ist in Europa nicht unbekannt. 1803 hatte sie in Paris unter dem Einfl uss von Goethes „Leiden des jungen Werther“ die autobiografi sche Liebesgeschichte „Valérie ou lettres de Gustavs de Linar à Ernest“ veröffentlicht, die in Frankreich, aber besonders auch in Deutschland und Russland, äußerst populär geworden war – es hatte sich eine regelrechte Valérie-Mode verbreitet.

Den vollständigen Artikel können Sie in der aktuellen Ausgabe der CHRISTSEIN HEUTEN nachlesen.


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