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Von Wolfgang Buck


Der unbekannte Reformator

In Deutschland feiert man seit September 2008 die „Luther-Dekade“, die am 31.10.2017 mit dem 500. Jubiläum des Thesenanschlags ihren Höhepunkt erreichen soll. Bis dahin werden jährliche Themenschwerpunkte angegeben – 2014 geht es z.B. um „Reformation und Politik“.

 

Was feiern wir eigentlich?

Am 31.10.1517 schlägt der bis dahin relativ unbekannte Augustiner-Eremiten-Mönch Martin Luther (1483-1546), der seit einigen Jahren Professor an der erst 1502 gegründeten Wittenberger Universität „Leucorea“ ist, seine berühmten 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche. Eigentlich ein übliches Verfahren, um eine akademische Diskussion über die Ablasspraxis zu veranlassen – und so sind die Thesen natürlich auf Latein abgefasst. Sie enthalten aber offensichtlich so viel Sprengstoff, dass sie bis heute als Auslöser der Reformation gelten. Theologisch gesehen sind aber nicht Ablass und Thesenanschlag entscheidend.

Bereits im Frühjahr 1513 stößt Luther bei der Vorbereitung einer routinemäßigen Psalmenvorlesung bei Psalm 31,2 auf unerwartete Schwierigkeiten: „Errette mich durch deine Gerechtigkeit“ – wie soll das gehen? Gott kann uns Sünder durch seine Gerechtigkeit doch nur verdammen. Auch Röm 1,16-17 helfen ihm zunächst nicht weiter. Sein erster Eindruck: „Also auch das Evangelium ist nur eine Offenbarung der strafenden Gerechtigkeit Gottes, nur ein Mittel, die durch die Erbsünde und die 10 Gebote ohnehin schon so furchtbar belasteten Menschen zu martern und zu quälen.“ So beschreibt der klassische Luther- Biograf Heinrich Böhmer die Situation.

Luther verbeißt sich regelrecht in diese Problematik und steigert sich sogar in einen abgrundtiefen Hass auf Gott hinein. Erst weiteres Bibelstudium lässt in ihm langsam die Erkenntnis reifen, dass hier die Gerechtigkeit gemeint sein könnte, die Gott uns schenkt. „Je mehr ich bisher das Wort Gerechtigkeit Gottes gehasst hatte, umso lieber und süßer war es mir jetzt. So ist mir jene Stelle des Paulus in Wahrheit die Pforte zum Paradiese geworden.“

Die nächsten Jahre arbeitet Luther mehr in der Stille, auch um seine Erkenntnis biblisch sauber abzusichern. Erst als der Ablass-Missbrauch nach Wittenberg kommt, sieht er sich veranlasst, seine Sicht der Vergebung und Gnade Gottes öffentlich diskutieren zu lassen. Was daraus wurde, ist hinlänglich bekannt: Der unvermeidliche Bruch mit der Papstkirche, Anfeindung und Bewunderung, Reichstag zu Worms, Schutzhaft auf der Wartburg, Übersetzung des Neuen Testaments, Festigung der Reformation in Kursachsen und anderen Ländern wie Hessen. Gleichzeitig allerdings auch Missbrauch der neuen Freiheit, Bauernkriege und andere blutige Auseinandersetzungen, die an Luthers Nerven zehren.

(...)

Den vollständigen Artikel können Sie in der aktuellen Ausgabe der Christsein-Heute nachlesen. 


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