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Von Dagmar Hees


Mut zur Ehrlichkeit

Die große Frage ist: Wie können wir Gottes Liebe erleben? Offensichtlich hilft dabei, demütig und ehrlich zu werden, denn Gottes Liebe will daran anknüpfen, wer und wo wir wirklich sind. Dagmar Hees plädiert dafür, ehrlich zu werden – sich selbst gegenüber und voreinander, aber auch Grenzen von Ehrlichkeit zu verstehen.

Ich werde gebeten, die Geschichte meiner Bekehrung zu erzählen - na ja, die ist nicht so wirklich rühmlich für mich. Bei Vorträgen und in Predigten habe ich schon aus meinem Leben erzählt, durchaus auch von unrühmlichen Situationen in meinem Leben. Aber da habe ich ein direktes Gegenüber in meinen Zuhörern, kann die Reaktionen abschätzen und die Anzahl der Zuhörer ist meistens überschaubar. Nun geht es um einen Beitrag in einer Zeitschrift. Die Zahl der Leser ist für mich nicht überschaubar und nicht ich erzähle, sondern jemand schreibt über mich. Als ich die Druckfreigabe erteilen soll, zögere ich: Will ich mich wirklich so "nackt" machen in der Öffentlichkeit? Ich mache mich angreifbar und verletzlich. Das Bild, das mancher vielleicht bisher von mir hatte, wird Kratzer bekommen.


Der britische Dramatiker William Somerset Maugham soll gesagt haben, dass Aufrichtigkeit höchstwahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit sei. Manchmal erlebe ich, dass diese Aussage tatsächlich auch auf unsere Gemeinden zutrifft.

  • Da sagt mir eine Frau, die längere Zeit nicht im Gottesdienst war, dass es ihr zwischenzeitlich emotional nicht gut ging und sie sich in solchen Zeiten fehl am Platz fühle zwischen all den fröhlichen Menschen.
  • Ein Mann durchlebt immer wieder Phasen des Zweifels und der nagenden Fragen, für alle anderen scheint es nur Gewissheiten zu geben. Er bleibt mit seinen Fragen alleine und zieht sich immer mehr zurück.
  • Ich selbst habe die bestenfalls hilflosen, zum Teil aber auch verständnislosen Reaktionen erlebt, als ich ein Burnout erlitt und über Wochen nur noch weinend im Gottesdienst saß. Mich den Geschwistern, die mich sonst immer als"Sonnenschein" und "starke Frau" erlebten, mit meiner ganzen Schwäche zuzumuten – das kam einer Mutprobe gleich.


Solche und andere Erlebnisse haben mich ins Fragen gebracht. Es schmerzt mich sehr, wenn ich erlebe, dass Menschen Gemeinde als einen Ort erleben, an dem sie sich nur angenommen fühlen, wenn sie eine glänzende Fassade vorweisen können. Wo sie sich nur zeigen können, wenn es ihnen gut geht und sie Erfolgsgeschichten zu erzählen haben. Wo es keinen Platz gibt für Schmerz, Versagen, Zweifel, Angst oder Trauer.

Den vollständigen Artikel können Sie in der Ausgabe 11/15 Christsein-Heute nachlesen.


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