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Von Sebastian Rink


Glaube ich an die "Jungfrauengeburt"?

Wie sind die Berichte über die Jungfrauengeburt im Matthäus- und Lukasevangelium zu verstehen? Nach Ansicht von Sebastian Rink, Pastor der FeG Siegen-Fischbacherberg, müsse man hier eine theologische Herangehensweise sauber von einem biologischen Verständnis unterscheiden.

Nach einer Weihnachtspredigt wurde ich einmal gefragt, ob ich denn „an die Jungfrauengeburt“ glaube. Mir rasten tausend Gedanken durch den Kopf. Was soll ich darauf antworten? Ein klassisches Dilemma, denn einerseits ist klar, dass die Rede von einer „Jungfrauengeburt“ unaufgebbar zum Normalbestand christlicher Glaubensaussagen gehört. Daran zweifelt niemand ernsthaft. Andererseits ist damit aber längst nicht alles gesagt. Denn wie dieser Gedanke aus dem Neuen Testament (Mt 1 und Lk 1) und dem Glaubensbekenntnis („… geboren von der Jungfrau Maria …“) zu verstehen ist – das ist nicht so eindeutig. Und es ist durchaus möglich, ihn anders zu verstehen, als es der Wortlaut auf den ersten flüchtigen Blick herzugeben scheint, ohne das wichtige Anliegen dahinter gleich mit über Bord zu werfen. Sonst schüttete man das Jesuskind mit dem Bade aus. Das will nun wirklich niemand. Ich möchte einen Ansatz vorstellen, der die wichtige theologische Bedeutung der „Jungfrauengeburt“ für den Glauben beibehält und gleichzeitig ein biologisches Missverständnis vermeidet – indem man beides voneinander unterscheidet.

WOHER KOMMT DIE FRAGE NACH DEM „WIE“?
Mit der Aufklärung und dem Triumphzug der modernen Naturwissenschaften in der Neuzeit setzte sich weithin durch, dass vernünftige Menschen sich nicht mehr einfach vorsetzen lassen, was sie zu glauben haben. Nicht mehr die Kirchen entscheiden für mich über „wahr“ und „falsch“, sondern der mit Argumenten gefütterte gesunde Menschenverstand – „wahr“ kann nur sein, was vernünftig ist. Und das ist sehr gut so, weil ich es sonst nie mit meinem Glauben zu tun hätte, sondern nur mit dem Glauben anderer.
So unbestreitbar die „Jungfrauengeburt“ auch heute als Glaubensaussage sinnvoll und bedeutsam ist, so ist es keine Überraschung, dass sie im 21. Jahrhundert als eine biologische Aussage unvernünftig und kaum mehr haltbar geworden ist. Zumindest für alle, die im fortpflanzungstechnischen Sinne „aufgeklärt“ wurden.
Ich gebe zu: Es klingt zunächst merkwürdig, dass dieselbe Sache sinnvoll und unvernünftig zugleich sein soll – es sei denn, eine Aussage gilt nicht immer und überall gleich. Ein Beispiel: „Ein Hammer ist ein großartiges Werkzeug!“ Der Satz ist durchaus sinnvoll, wenn ich einen Nagel in die Wand hauen möchte. Überaus unvernünftig ist er, wenn ich meinen Computer einschalten oder Blumen gießen will. Sinnvoll und unvernünftig zugleich, je nach Anwendungsgebiet. Das gilt für Aussagen des Glaubens ebenso, denn auch sie gelten nicht in jedem xbeliebigen Bereich gleich, sondern haben ein ganz bestimmtes Anwendungsgebiet: meinen Glauben.

Den vollständigen Artikel können Sie in der Ausgabe 12/16 CHRISTSEIN HEUTE nachlesen.


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