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Himmelfahrt erwartungsvoll

Himmelfahrt ist der vergessene Feiertag, doch er steckt voller Erwartung, die sprachfähig macht im Glauben an Jesus Christus. Ralph Wiegand erklärt das anhand persönlicher Impulse.

Himmelfahrt ist vermutlich der Feiertag, der uns am wenigsten sprachfähig macht. Er ist zwar in Deutschland noch ein gesetzlicher Feiertag, aber de facto zum Vatertag umgemünzt worden. Übrigens weltweit nur in Deutschland! Alle anderen Länder dieser Welt, wo es den Vatertag gibt, verwenden dafür einen anderen Tag. Nun könnten wir Christen uns darüber aufregen, wie entchrist-licht unsere Gesellschaft geworden ist. Aber ändern würde es nichts. Haben die Leute nicht irgendwie recht? Wie nötig ist dieser Feiertag für dich wirklich? Hat die Himmelfahrt von Jesus für dich etwas Greifbares? Kannst du sagen: „Das ist so genial und real für mich!“?

HIMMELFAHRT – EIN TOTES PFERD?
Himmelfahrt bescheinigt doch nur: Jetzt ist Jesus weg, ab jetzt gibt es ihn nur noch in der unsichtbaren Variante. Ende der Geschichte. Immerhin ein offenes Ende im Sinne von „Ab jetzt liegt es an euch, zu beweisen, dass das Evan-gelium wichtig und lebensverändernd ist“. Karfreitag und Ostern: Da geht es um handfeste Wunder; Pfingsten: Da geht es um das spannende Ereignis, wie aus Angsthasen mutige Zeugen für Jesus werden. Aber Himmelfahrt, ist das menschlich gesprochen für uns heute nicht ein „totes Pferd“? Du kennst sicher die Indianer-Weisheit: „Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab.“ Die meisten Menschen in Deutschland sind da schon abgestiegen und ziehen ihre Vatertags-Bollerwagen durch die Gegend. Ich glaube, ein Weg, um sprachfähig für den Glauben an Jesus zu werden, ist, sich selbst – auch unsere Traditionen – in Frage zu stellen und sich auf Skeptiker angstfrei einzulassen. Angst macht sprachlos. Niemand kann von mir erwarten, auf alles eine Antwort zu haben. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir uns selbst die Frage stellen: Wie lebendig ist unser Pferd „Himmelfahrt“ eigentlich noch? Immerhin sagt unser Apostolisches Glaubensbekenntnis ausdrücklich: „Aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.“ Aus göttlicher Perspektive heißt das: Jesus hat unendliche Macht. Und aus menschlicher? „Nun, jetzt ist er halt nicht mehr da.“Kann es sein, dass dich diese (menschliche) Perspektive mehr prägt, als du zugeben würdest? Den Slogan „What would Jesus do?“ (WWJD) haben wir als Inspirationsdeko auf Tassen und Armbänder gedruckt. Woher der Konjunktiv? „Wenn Jesus hier wäre, was würde er tun?“ So gut dieser Satz gemeint ist, der Konjunktiv riecht nach Tod. Nach Kult und Konserve statt nach Frischkost. „Leider ist Jesus nicht hier, aber wir machen in unserer Gemeinde (im Idealfall), was er machen würde.“ Oder lebst du und deine Gemeinde von unmittelbaren Erfahrungen mit dem lebendigen, gegenwärtigen Jesus? Jemand hat mal gesagt: „Christ und christlich, das ist wie Kunst und künstlich.“ Wirkt vielleicht deshalb manches bei uns so „gemacht“ und künstlich, weil Jesus als Persönlichkeit weit weg ist? Wir nennen uns „Freie“ evangelische Gemeinden, aber wie frei fühlt sich Jesus persönlich, wenn er in unseren Treffen auch mal etwas sagen möchte?


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