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Jesu Kurzzeit-Seelsorge

Seelsorge findet auch in kurzen Begegnungen statt. Jesus macht uns das vor, wie ein exemplarisches Treffen im Johannesevangelium zeigt. Eine Bibelarbeit von Artur Wiebe.

Ich mag kurze Begegnungen und suche sie: wenn ich in der Stadt unterwegs bin und im Kaffee sitze oder auf dem Fahrrad durch ein mir unbekanntes Viertel radle. Nicht selten wird aus einem „Hallo“ eine kurze Begegnung, die göttliche Spuren hinterlässt. Wenn von Seelsorge gesprochen wird, meint man häufig eine längerfristige Begleitung. Doch es gibt auch die kurze Lebensbegleitung auf Zeit. Das entdecke ich in der Bibel bei Jesus Christus. Einige seiner Begegnungen waren minimaler Art, die maximale Wirkung auf das Leben des Gegenübers hatten. Eine möchte ich exemplarisch herausgreifen:

DIE FRAU AM BRUNNEN
Im Johannesevangelium Kapitel 4,1-45 wird berichtet, wie Jesus mit seinen Jüngern von Jerusalem in Richtung Galiläa unterwegs ist. Die Reise ist weit und anstrengend. Sie kommen durch Samarien, einen Landstrich, der bei den religiösen Juden verpönt ist. Dort wohnen die, die nicht „richtig“ glauben, religiöse Outsider sozusagen. Mittags ruht Jesus sich am Jakobs-Brunnen aus, ein geschichtsträchtiger Platz, der allen heilig war. Die Jünger besorgen währenddessen in der naheliegenden Stadt Sychar Reiseproviant. Obwohl eigentlich alle um diese Tageszeit ruhen, bleibt Jesus in der Mittagshitze nicht allein. Eine Frau kommt zum Brunnen, um Wasser zu holen. Und schon beginnt ein gutes Beispiel für Jesu Kurzzeit-Seelsorge.

GRENZEN ÜBERSCHREITEN
Jesus wagt sich weit raus. Er überschreitet Grenzen, denn als jüdischer Mann eine samaritische Frau anzusprechen, das war gegen alle gesellschaftlichen Regeln. Ich kann mir die Fragezeichen im Gesicht dieser Frau vorstellen: „Was macht der hier um diese Zeit? Was will der von mir?“ Damit hat sie nicht gerechnet. Kurzzeit-Seelsorge beginnt nicht selten mit einem überraschten Gesicht. Wo sehe ich heute dieses erstaunte Gesicht, wenn ich Menschen anspreche, die das gar nicht erwarten? Ist es der Bettler am Bahnhof, der auf dem Boden hockt und mit Münzen rechnet, aber nicht mit einer persönlichen Ansprache? Oder die Frau, der ich helfe, den Kinderwagen in den Bus zu bekommen?


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