Hilmar Schultze ist begeistert von der Auferstehung Jesu Christi, die Hoffnung gibt und stärker ist als der Tod. Deshalb sollte vor allem die Freude darüber unsere Herzen und unsere Ostergottesdienste bestimmen. Wir fragen ihn nach seinen Erfahrungen und Tipps, Ostern ins Gespräch zu bringen.


Hilmar, zu Ostern gibt es verschiedene Bräuche, die in Familien praktiziert werden. Welche davon sind dir vertraut?

Der Ostersonntag begann traditionsgemäß sowohl in meiner Herkunftsfamilie als auch in der eigenen damit, sich gegenseitig ein fröhliches „Der Herr ist auferstanden!“ zu sagen und darauf zu antworten: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Dieses Ritual war immer ein fröhlicher Beginn in den Tag. Der Besuch des Ostergottesdienstes war für uns immer der Höhepunkt des Kirchenjahres. Natürlich haben auch die Kinder ihre Freude daran gehabt, im Garten Ostereier zu suchen. Mittags gab es zu Ostern ein besonderes Festessen. Manchmal gehörte auch zu den Bräuchen ein Osterfrühstück in der Gemeinde, welches den Kindern die Osterfreude vermitteln sollte.

Gibt es ein Osterfest, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Da habe ich zwei Erinnerungen: In Worms hatten wir die Bühne und den Gottesdienstraum mit einem Meer aus hunderten von gelben Narzissen geschmückt. Das war ein wunderbarer optischer Hinweis auf die Osterfreude. Die zweite Erinnerung liegt Jahrzehnte zurück. Ich war Teenager und gehörte damals zur Baptistengemeinde. Wir fuhren als Familie wie immer frohgelaunt nach Stade und erfuhren Minuten später, dass ein junger Ältester der Gemeinde gerade verstorben war. Er hinterließ Kinder in meinem Alter. Bei aller ehrlichen, tiefen Trauer habe ich dennoch die Freude am auferstandenen Jesus in Erinnerung und die lebendige Hoffnung auf ein ewiges Leben. Das war für mich ein „Wow“-Erlebnis. Heute würde ich es kommentieren mit dem Apostel Paulus: „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“ (1. Korinther 15,55)

Können die volkstümlichen Handlungen eine Brücke sein, um über Jesus Christus und die Gute Nachricht ins Gespräch zu kommen? Kannst du dafür ein Beispiel geben?

Eine gute Möglichkeit, mit Menschen über das Ostergeschehen ins Gespräch zu kommen, ist ganz sicher immer noch die fröhliche Stimmung, die über diesem Fest liegt. Warum werden die Eier so bunt bemalt? Warum greift selbst die Werbung diese hoffnungsvolle Stimmung auf? Warum schreibt die Bildzeitung jedes Jahr positiv von den Ereignissen rund um die Kreuzigung und Auferstehung? Warum gibt es in Kirchen das „Osterlachen“? Wir dürfen diese Fragen ins Gespräch bringen und dann unseren Glauben bezeugen.

Was ist für dich persönlich die Gute Nachricht von Ostern? Was fasziniert dich daran?

Ich möchte meine große Faszination an der leiblichen Auferstehung meines Herrn so beschreiben: Wer viel mit Obstbäumen zu tun hat, der kennt ein Insekt, den Blütenstecher, ein gefürchtetes Kerbtier zur Zeit der Blüte. Wo diese kleinen Insekten hinlangen, da werden die Blüten innen schwarz und verhindern eine Frucht. Alle Hoffnungen, die wir Menschen ohne eine lebendige Beziehung zu Christus haben, gehen zugrunde an einem Blütenstecher mit dem Namen Tod. Alle unsere Hoffnungen sind schon gestochen, außen bunt und verlockend, aber innen schwarz und tot. Es gibt für uns eine Blüte, die kein Blütenstecher zerstören kann. Jesus selbst ist für uns gestorben und auferweckt worden, damit wir nun von der Ewigkeit her leben können. Nicht Friedhofsluft und Moder bestimmen uns, sondern die lebendige Hoffnung auf ein Erbe im Himmel, das unvergänglich ist, unbefleckt und unverwelklich. Mehr geht doch nicht, oder?

 

Das vollständige Interview finden Sie in der Ausgabe 04/19 in CHRISTSEIN HEUTE.