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Von Jost Stahlschmidt


Mensch des Jahres

Maia Stoitseva, 44 Jahre alt, ist eine Kämpferin für die Rechte von Menschen mit Behinderung in Bulgarien. Aufgrund ihres Engagements wurde sie nun vom „Bulgarischen Helsinki Komitee“ als „Mensch des Jahres“ vorgeschlagen. Jost Stahlschmidt stellt ihr Engagement vor.

Seit Jahren gehört Maia zum Vorstand der Stiftung „Zeichen der Liebe“. In Bansko gehörte sie mit ihrer Familie zur „Evangelical Congregational Church“, einer unserer Partnergemeinden. Verantwortlich für die sozialen Dienstleistungen der Stadt Bansko, wollte sie sich nicht länger von parteipolitischer Ränke instrumentalisieren lassen. Als leitende Mitarbeiterin der Stadt war sie immer an die politische Linie der städtischen Regierung gebunden. Im Frühjahr 2017 kündigte sie. Seit Juni 2017 leitet sie die Klinik „Zeichen der Hoffnung“ in Gotse Delchev, Bulgarien. Durch ihr unermüdliches Engagement entstand im November 2017 in der Klinik das Zentrum für soziale Rehabilitation und Integration, eine wichtige Ergänzung der Arbeit unseres Tagesförderzentrums „Zeichen der Liebe“. Diese neue Dienstleistung der Stiftung wird vom Sozialministerium subventioniert.

LEITFIGUR DER MÜTTERBEWEGUNG

Als Mutter eines fast volljährigen behinderten Sohnes tritt Maia schon seit Längerem für die Rechte von Behinderten ein. Seit 2006 gibt es in Bulgarien eine Bewegung dafür. Im April 2018 begannen die Proteste massiver und öffentlicher zu werden. Es gibt viele Mütter, die ihre behinderten Kinder allein großziehen. Insofern war es immer als eine Bewegung der Mütter gekennzeichnet, die auch von Großmüttern unterstützt wird. Mittlerweile wird Maia als eine Leitfigur der Bewegung gesehen.

Im Kern geht es darum, vor allem den erwachsenen Menschen mit Behinderung eine bessere gesellschaftliche Anerkennung zu geben. Sie haben keine gesellschaftliche Teilhabe, keine Chance, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Die Bewegung setzt sich für entsprechende Gesetzesänderungen ein. Dafür gehen die Mütter seit Monaten auf die Straße. Die öffentliche Aufmerksamkeit ist groß. Nach zwölf Jahren hat die Bewegung eine Gesetzesänderung erreicht. Menschen mit Behinderung, die volljährig geworden sind, bekommen jetzt monatlich umgerechnet 178 Euro als Unterstützung, zuvor nur 66 Euro.

Der Kampf geht weiter, weil die Eltern, insbesondere die Mütter, erreichen wollen, dass das System der Bewertung der Behinderungen geändert wird. Bisher wird der Grad der Behinderung nur medizinisch festgelegt. Jetzt soll ein neues System eingeführt werden, mit dem bewertet wird, was der Mensch mit Behinderung kann und welche Arbeit er entsprechend seiner Fähigkeiten aufnehmen könnte. Eine sogenannte Territoriale Experten-Ärzte Kommission (TELK) beurteilt, wer wie stark behindert ist. Dieses bestehende System unterliegt einem typischen Korruptionsschema. Die Kommission wird bestochen. Weil Behinderte, die arbeitsfähig wären, keine Stelle bekommen, bezahlen die Angehörigen Geld an die Kommission, um eine Rente für ihre Behinderten zu erhalten. So bekommen sogar manche Menschen eine Unterstützung, die nicht wirklich behindert sind. Darüber hinaus arbeiten viele arbeitsfähige Menschen mit Behinderung schwarz und werden letztlich ausgebeutet. Nach der Statistik dieser Kommission gibt es in Bulgarien ca. 800.000 Menschen mit Behinderung.

 

 

Den vollständigen Artikel können Sie in der Ausgabe 03/19 in CHRISTSEIN HEUTE nachlesen.


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