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Von Andreas Heiser


Wort Gottes als Glaubensquelle

Als Rektor und Professor für Kirchengeschichte der Theologischen Hochschule Ewersbach gehört Andreas Heiser als beratendes Mitglied zur Erweiterten Bundesleitung. Er beschreibt, was ihm für uns als Freie evangelische Gemeinden wichtig ist. Dabei orientiert er sich an den ersten sechs Punkten des Grundlagentexts der Erweiterten Bundesleitung im Bund Freier evangelischer Gemeinden.

GESCHICHTLICHER UND THEOLOGISCHER ZUGANG

1. Als Freie evangelische Gemeinden verstehen wir uns als Gemeinden Jesu Christi. Wir bestehen nicht wegen einer bestimmten Lehre oder Form, sondern sind von dem lebendigen Herrn Jesus Christus zusammengestellt.

Gleichzeitig stehen wir zusammen mit anderen evangelischen Kirchen in der Tradition der Reformation. Im Zentrum steht für uns das Evangelium als frohe Botschaft von Gottes freier Gnade für die in Sünden gefangenen Menschen. Wie die Reformatoren denken wir, dass der Mensch aus eigener Kraft vor Gott nicht bestehen kann. Der rettende Glaube wird allein von Gott ermöglicht.

Inhaltlich konzentrieren wir uns auf vier „Ausschließlichkeitsformulierungen“: Allein Christus mit seinem Leben, Sterben und Auferstehen ermöglicht die Gemeinschaft mit Gott. Woher weiß ich von ihm? Allein durch die Heilige Schrift, die von ihm zeugt und sein Werk durch den Heiligen Geist für den Menschen erfahrbar macht. Allein aus Gnade wendet Gott sich dem Menschen zu.

Hermann Heinrich Grafe hat mit Adolphe Monod (1802–1856) der Gnade das Wort „frei“ beigefügt. Unser Heil ist an keine Bedingung geknüpft, sondern liegt außerhalb von uns selbst begründet. Die Aneignung der Gnade geschieht allein aus Glauben. „Je ernster ich mein Leben nehme, [...] desto mehr komme ich zu der Einsicht und Aneignung des unbedingten Heils einer freien Gnade Gottes in Christo Jesu, vermittelt durch den heil. Geist, im lebendigen persönlichen Glauben.“ (Grafe, Tagebucheintrag vom 11.12.1851)

2. Wichtig ist uns als Freie evangelische Gemeinden der Zusammenhang von Bibel, Geist und Glauben. Den Reformatoren lag daran, dass der Glaube an die Schrift gebunden ist. Durch diese Verbindung sollte alles ausgeschlossen sein, worauf der Glaube sich nicht gründen kann: die eigene Person, unsere Kräfte, Gefühle, Herkunft, Empfinden, unsere Werke usw.


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